Zwei Seiten einer Medaille – Jugendliche und Medien: Cybermobbing

Zwei Seiten einer Medaille – Jugendliche und Medien: Cybermobbing

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Einerseits bietet uns das Internet unendliche Möglichkeiten uns zu informieren, zu beschäftigen, auszutauschen und zu netzwerken. Andererseits keine Vorteile ohne Nachteile: Es kann auch zu Dingen verleiten, die in dieser Intensität außerhalb des Internets so nicht unbedingt stattfinden würden. Ein Beispiel ist die Verlagerung von Mobbing in die virtuelle Welt: Cybermobbing.

Viele Schüler werden Opfer von mehr oder weniger schlimmen Mobbingattacken. Durch die Möglichkeiten und die Anonymität, die neue Medien bieten, hat sich das Beschimpfen und Attackieren verstärkt in die virtuelle Welt verlagert. Die Methoden sind dieselben wie in der realen Welt, oft sind auch die Auslöser dort verankert, das Internet ist dann eine Art „Verlängerung“ der Möglichkeiten. Durch eine größere Anonymität bietet es den Tätern einen größeren Schutz.

Red risk button on the keyboardGenau deshalb ist Cybermobbing ein Problem, das sehr schwierig zu erkennen und zu analysieren ist, das unter Schülern aber weite Kreise zieht und, wie aus den Medien bekannt ist, im Extremfall schlimme Folgen haben kann. Laut einer Studie des „Bündnis gegen Cybermobbing“ sind ca. 17% aller Schüler schon einmal Opfer von Cybermobbing geworden.

 

 

Prävention vor Intervention

Das Thema ist komplex und kein Tipp kann eine individuelle Rechtsberatung im Ernstfall ersetzen. Aber vielleicht haben Sie schon einmal überlegt zu diesem Thema einen Projekttag mit Ihrer Klasse zu gestalten: Was ist verboten? Was erlaubt? Welche Privatsphäre-Einstellungen gibt es bei Facebook, WhatsApp, Tumblr oder Instagram? Ihre Schüler können zu den unterschiedlichsten Aspekten in Gruppen recherchieren und die Ergebnisse in der Klasse zusammentragen und vorstellen.

Oder Sie initiieren eine schulinterne Fortbildung für sich selbst und Ihre Kollegen: Was können Sie als Lehrkraft verbieten, wo müssen Sie einschreiten und in welchen Fällen haben Sie keine Handhabe? Was sind die Eigenheiten der einzelnen sozialen Netzwerke? Was können Sie gegen Fotos von sich selbst unternehmen, die von Schülern ins Netz gestellt wurden? Welche Disziplinarmaßnahmen können verhängt werden?

Die EU rief das Projekt Medienhelden ins Leben, der Mitarbeiter Pavle sagt in einem Interview mit der deutschen Welle: „Es geht nicht darum, dass Eltern zu Experten werden oder dass Lehrer zu Experten werden. Es geht darum, dass sie ’ne gewisse Offenheit entwickeln und dass sie zumindest bestimmte Wörter kennen. Dass sie wissen, worüber redet mein Kind oder worüber redet mein Schüler.“

Tipps für Fortbildungen, Ideen zur Projektgestaltung und Stellen, an die Sie sich wenden können, wenn Sie weitere Informationen zum Thema Cybermobbing brauchen, finden Sie unter anderem auf den folgenden Seiten:

 

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Julia Bischoff
Julia Bischoff
j.bischoff@raabe.de

… war als Produktmanagerin im RAABE Fachverlag für Bildungsmanagement an der Entwicklung neuer Angebote beteiligt und betreute das Projekt „Starke Lehrer – Starke Schule“.

4 Comments
  • Jasmin
    Posted at 15:16h, 17 Juni

    Cyber-Mobbing ist kein Thema mehr, was sich noch weiterhin ignorieren lässt und ich finde es gut, dass die Medien darauf aufmerksam geworden sind. Es ist wichtig, dass man die Zeichen frühzeitig bei den Kleinen erkennt, damit man dagegen vorgehen kann. Leider benutzen viele Jugendliche die Anonymität des Internets für ihre Zwecke aus und quälen andere Mitschüler auf psychischer Ebene. (Quelle: Aktezeichen [UPDATE 12.09.2017: Video ist offline. ^ib )

  • Mobbing 2.0 – wie Sie sich vor Mobbing im Internet schützen können | Lehrer-Blog
    Posted at 12:06h, 20 Juni

    […] allem Cybermobbing – ist ein weit verbreitetes Problem an Schulen. Wie wir bereits im Blogbeitrag „Zwei Seiten einer Medaille – Jugendliche und Medien: Cybermobbing“ berichteten, hat das Mobbing durch die Möglichkeiten des Internets eine neue Qualität erreicht. […]

  • Dipl.-Psych. Thorsten Kerbs
    Posted at 23:39h, 04 Juli

    Ich störe mich ein wenig an dem gesellschaftlichen Reflex, bei Problemen von Kindern und Jugendlichen sogleich in die Kiste der Reparaturwerkzeuge zu greifen. Bei Cybermobbing bedeutet das, die potentiellen Opfer erhalten Präventions- und die Täter Rehabilitationskurse. Freuen sich da etwa bestimmte Berufsgruppen dezent händereibend, dass sich da für sie neue Märkte auftun?

    Machen wir uns doch nochmal klar, dass all die EDV, die Software und die sozialen Netze, auf deren Boden sich in den Kinderzimmern die erwähnten Cybermobbing-Tragödien abspielen, dass all dies von uns Großen erdacht und ungefiltert mit großartigen Margen vermarktet wurde. Wir lassen die minderjährige Jugend auf ein weitgehend unreguliertes Internet los und wundern uns dann, wenn es unter den Jugendlichen zu Entgleisungen kommt.

    Sollten wir uns nicht eher darüber wundern, dass insgesamt so wenig passiert? Dass die Kinder all die zweifelhaften Filme, Bilder, Spiele, Angebote und nicht zuletzt unser schlechtes Vorbild so unbeschädigt überstehen? Wahrscheinlich wäre es keine schlechte Idee, uns von Kindern vermitteln zu lassen, wie ein mobbingfreierer Arbeitsalltag unter Erwachsenen gelingen kann …

  • Tobias Dietzsch
    Posted at 10:44h, 08 Juli

    Hallo Herr Kerbs,

    insgesamt Zustimmung: Allerdings ist es m. E. nicht nur ein Reflex, nach Lösungen für beobachtete Probleme zu suchen – unberücksichtigt der Frage, wer die Probleme verursacht hat.
    Dass aber Kinder offensichtlich in der Lage sind, trotz unseres oft schlechten Vorbildes, vieles richtig zu machen, ist in der Tat bewundernswert!

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