The King Is Dead, Long Live the King – zum 40. Todestag von Elvis Presley

Elvis Presley (1970)

The King Is Dead, Long Live the King – zum 40. Todestag von Elvis Presley

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16. August 1977 – eine Nachricht ging um die Welt: Der „King of Rock’n’Roll“ ist tot. Der Ausnahmekünstler Elvis Aaron Presley war im Alter von 42 Jahren gestorben. Wie man heute weiß, vermutlich an den Folgen von Morbus Hirschsprung, einer schweren Darmerkrankung.

Elvis Presley (1970)

Elvis Presley (1970)
Quelle: Wikipedia (gemeinfrei)

„Elvis Presley’s death deprives our country of a part of itself. He was unique and irreplaceable.“ Diese Worte des damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter, geäußert am Tag danach, sagen eigentlich schon alles: Elvis war eine Ausnahmeerscheinung in jeglicher Hinsicht – aber auch ein Grenzgänger zwischen den Musik-Welten.

Wie konnte es zu solch einer außergewöhnlichen Karriere kommen? Blenden wir weitere 42 Jahre zurück. In der Stadt Tupelo im US Bundesstaat Mississippi werden am 8. Januar 1935 Zwillinge geboren. Die beiden Jungen Jesse Aaron und Elvis Aaron Presley sind Kinder einer Textilarbeiterin und eines Landarbeiters. Hier hätte alles schon wieder zu Ende sein können, denn Jesse wurde tot geboren. Sein Zwillingsbruder Elvis jedoch überlebte und wuchs in bescheidenen, aber behüteten Verhältnissen auf.

Elvis Presleys Geburtshaus in Tupelo

Elvis Presleys Geburtshaus in Tupelo (Mississippi)
Quelle: Wikipedia (gemeinfrei gestellt)

Radio und Gospelgesang: Keimzellen der Karriere eines Grenzgängers

Diese eher einfachen Verhältnisse bildeten den Ausgangspunkt für Elvis‘ beispiellose Karriere: Da ist einmal das Radio. Im damaligen Mississippi war der neuartige klingende Kasten eine Kostbarkeit, die sich nur wenige leisten konnten. Da es auf dem flachen Land kaum Konzerte gab, wurde „gute“ Musik vor allem über dieses Medium rezipiert. Oft saß man in Gruppen um die kleinen hölzernen Kästen, um die angesagtesten Country-Stars zu hören. Im Radio feierte auch der junge Elvis seine ersten Erfolge hatte, wenn er z.B. von einem seiner Lehrer zu einem Talent-Wettbewerb (heute würde man sagen: zu einer Casting Show) angemeldet wurde. Nach den ersten Erfolgen bekam er von seinen Eltern seine erste Gitarre und der Grundstein für seine Ausnahmekarriere war gelegt.

Auch die afroamerikanische Musik war sehr prägend für den jungen Elvis. Er freundete sich z.B. mit Afroamerikanern aus der unmittelbaren Nachbarschaft in Tupelo an und besuchte deren Gottesdienste, um die dortigen Gospel-Gesänge hören und mitsingen zu können. Ebenso faszinierte ihn der Blues.

All dies sind Elemente, aus denen sich die Vielfalt von Elvis‘ späterem Wirken und letztlich sein ungeheurer Erfolg ableiten lässt. So gilt er bis heute als erster „Weißer“ der „schwarze“ Musik über die afroamerikanische Szene hinaus populär machte. Um nur ein paar Fakten aufzuzählen: 14 Grammy-Nominierungen und drei Grammy-Gewinne für Gospelinterpretationen, Auszeichnung mit dem Lifetime Achievement Award als bis dahin jüngster Künstler, einziger Künstler neben Michael Jackson, der in fünf Halls of Fame vertreten ist (Rock’n’Roll, Rockabilly, Country, Blues und Gospel), sechs seiner Songinterpretationen als historisch besonders bedeutsam in die Grammy Hall of Fame aufgenommen, mit 167 Einheiten die meisten Gold- und Platin-Auszeichnungen, ein Diamond-Award, 15 Alben und 16 Extended Plays auf dem ersten Platz der amerikanischen Billboard-Charts, einziger Musiker in der US-amerikanischen Chartgeschichte mit Nummer-eins-Hits sowohl in Billboards Pop- als auch Country-, Rhythm-&-Blues- sowie Adult-Contemporary-Charts, bis heute an erster Stelle von Billboards „Liste der 500 erfolgreichsten Künstler ab 1955“ (Datenquelle: Wikipedia).

Memphis –Start-  und Endpunkt der Karriere als „King of Rock ´n´ Roll“

Eine weitere wichtige Station war der Umzug der Familie Presley nach Memphis/Tennessee, dem zukünftigen Lebensmittelpunkt von Elvis.

Denn dort gab es eine etwas lebendigere Radio-Szene als in Tupelo. „Weiße“ und „schwarze“ Radiosender konkurrierten miteinander. Elvis wurde als Schüler der High School von Memphis zu dem Elvis, wie wir ihn kennen – auch äußerlich. Die auffällige Kleidung im Stil der Afroamerikaner, die Koteletten … Im Gospel-Gesang, den er in Memphis weiter praktizierte, lernte er jene hoch emotionale, auch körperbetonte Art und Weise des Singens kennen, die sein zukünftiges Auftreten prägte.

Entscheidend für den späteren Erfolg dürfte aber auch seine Offenheit gegenüber unterschiedlichsten Musikrichtungen gewesen sein: Sei es Blues, Country oder Gospel, seien es diverse Schlager-Stile, sei es die klassische Musik der Metropolitan Opera. Nie ließ er sich wirklich festlegen und wurde so zum Grenzgänger zwischen den musikalischen Welten

Nur wenige nach ihm können Ähnliches aufweisen, so z.B. Michael Jackson und Lady Gaga. Dies kann auch im Unterricht thematisiert werden. Wie Sie das machen können, zeigt Ihnen unser  Autor Andreas Höftmann in seiner Unterrichtseinheit Rock/Pop-Songs von drei Grenzgängern – Die Beispiele Elvis Presley, Michael Jackson, Lady Gaga (Zip-Datei, 1 PDF-Datei (36 S.), 24 MP3-Dateien; Klassenstufe: Klasse 7 bis 9).

Wikipedia-Eintrag zum „Elvis Presley“

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Bernhard Leitz
Bernhard Leitz
b.leitz@raabe.de

… ist Redakteur im Bereich Sprachen/Musik/Sport und betreut die Projekte „RAAbits Musik“ und „RAAbits Realschule Musik“ sowie die Abdruckrechte-Anfragen des gesamten RAABE-Verlags.

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