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Hindenburg konnte fliegen?

Hindenburg, Flügel, Zeppelin

Hindenburg konnte fliegen?

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Offensichtlich nicht, denn das Unglück der Hindenburg jährt sich am 6. Mai 2017 zum 80. Mal.
Aber warum den die Hindenburg? War Hindenburg nicht dieser schnauzbärtige Reichspräsident der Weimarer Republik?
Stimmt! Und nach ihm wurde der größte Zeppelin der Welt benannt – die Hindenburg.

Hindenburg - ein Mensch oder ein Zeppelin?

 

Was ist eigentlich ein Zeppelin und wie funktioniert er?

Der Begriff „Zeppelin“ wird häufig parallel zum „Luftschiff“ verwendet. In Wirklichkeit bezeichnet er allerdings nur eine Art von Luftschiffen – sogenannte Starrluftschiffe, die in Deutschland produziert wurden bzw. werden. Benannt wurden sie nach ihrem Erfinder Graf Ferdinand Adolf Heinrich August von Zeppelin, dessen Todestag sich am 8. März zum 100. Mal jährte.

Starrluftschiffe bestehen aus einem festen Gerüst, das mit einer luftundurchlässigen Hülle bespannt wird. Die heute weiter verbreiteten Prallluftschiffe, die man gelegentlich mit Werbesprüchen versehen am Himmel findet, bestehen hingegen aus einem flexiblen Luftsack. Während Starrluftschiffe also immer ihre Form behalten, fallen Prallluftschiffe ohne Treibgas in sich zusammen.

Gefüllt wurden Zeppeline früher mit Wasserstoff. Es war günstig herzustellen und ist 14-mal leichter als Luft, sodass es in entsprechender Menge problemlos den Zeppelin mitsamt Besatzung in die Luft heben und über mehrere Tage dort halten konnte. Einzig problematisch war, dass es sich in Kombination mit Sauerstoff in ein hochexplosives Gemisch verwandelte – das Verhängnis der Hindenburg.

Da Zeppeline nicht wie Heißluftballons nur mit dem Wind treiben, sorgen Propeller, Höhen- und Seitenruder für Steuerung.

Ein Zeppelin hat ein tragendes Gerüst, ist mit Gaszellen gefüllt und wird von Propellern, Höhen- und Seitenruder gesteuert.

© Korteenea

 

Der Absturz der Hindenburg – das Ende der Zeppelin-Ära?

Die Hindenburg war der Luxusliner der Zeppelin-Flotte. Mit einer Länge von 245 Metern, einem Durchmesser von 41,2 Metern und zu Beginn immerhin schon 25 Passagierkabinen war sie das größte Luftschiff ihrer Zeit.

Neben den Schlafkabinen, boten Waschräume, eine Messe, eine Küche, ein Schreib- und Lesezimmer, ein Speisesaal und sogar ein Rauchersalon alle Annehmlichkeiten, die man für einen Langstreckenflug von Deutschland in die USA erwarten konnte. Geraucht werden durfte allerdings nur im unteren Deck der Passagierräume, damit kein Funke in die Nähe der hochentzündlichen Gaszellen im Körper des Luftschiffes gelangen konnte.

Die Hindenburg brannte bei dem Unglück vollständig aus.

© Wikimedia Commons

Doch allem Schutz zum Trotz wurde der Hindenburg ihre explosive Fracht am 6. Mai 1937 zum Verhängnis. Bei seinem Landeanflug auf Lakehurst, in der Nähe von New York, ging der Zeppelin plötzlich in Flammen auf und verbrannte innerhalb von 32 Sekunden vollständig. 36 Menschen kamen damals ums Leben.

Der Grund für das Unglück konnte nie geklärt werden, wobei man heute aber von einem Blitzeinschlag ausgeht. Ob wahr oder nicht, das Fliegen mit einem Zeppelin wurde den Menschen zu gefährlich. Heute findet man Zeppeline nur noch in der Nähe von Friedrichshafen am Bodensee, wo sie für Rundflüge für Touristen verwendet werden – mittlerweile aber gefüllt mit sicherem Helium.

Doch ganz am Ende ist die Ära der Luftschiffe noch lange nicht. Erst im August 2016 stieg die Airlander 10 – wegen ihrer markanten Form auch als Flying Bum (Fliegender Po) bezeichnet – für ihren Jungfernflug in die Luft. Das 92 Meter lange Luftschiff soll die Renaissance der Himmelsgiganten einleiten. Denn auch wenn sie etwas unförmig aussehen, gibt es kaum ein Verkehrsmittel das schwere Lasten so problemlos in unwegsames Gelände bringen kann wie ein Luftschiff.

Von der Seite ähnelt der Airlander stark der Hindenburg, von hinten eher ...

© Airlander

Wie Sie das spannende Thema „Zeppelin“ in Ihren Unterricht einbinden können, erfahren Sie in unserem Beitrag Der Traum vom Fliegen.

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Ines Wagner
Ines Wagner
i.wagner@raabe.de

... ist Redakteurin in der Grundschulredaktion im Bereich Deutsch als Zweitsprache.

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