Stress im Referendariat? 10 Tipps zu Lehrprobe & Co

Stress im Referendariat? 10 Tipps zu Lehrprobe & Co

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Sie als Referendar sind zurzeit nicht zu beneiden und machen gerade vielleicht die schlimmste Zeit Ihres Lebens durch. Neben den üblichen, an sich schon zeitaufwändigen Unterrichtsvorbereitungen kommen von März bis Mai auch noch Lehrproben hinzu. Eine anstrengende Zeit steht Ihnen bevor! Einige meiner Kolleginnen im Verlag haben das Referendariat hinter sich und haben unterschiedliche Erfahrungen gesammelt. Ich habe eine kleine Umfrage gestartet, welche Tipps sie Referendarinnen und Referendaren mit auf den Weg geben können und das Resultat dieser Umfrage sind die folgenden 10 kleinen Tipps zum Überleben.

Referendare sind besonders im Stress

Referendare sind zwischen März und Mai besonders im Stress. (Bild: © Thinkstock)

Tipp 1: Feierabend machen
„Feierabend machen? Ich habe doch noch so viel vorzubereiten!“, werden Sie sich nun sicher denken. Im Referendariat macht man aber eher zu viel: Dabei muss es nicht immer die perfekte Stunde sein, Schüler freuen sich auch mal über eine Stunde nach Schema F. Das gilt natürlich nicht für die Lehrprobe. Im normalen Unterricht muss aber nicht jedes Arbeitsblatt selbst erstellt werden. Übernehmen Sie ruhig einmal den Materialvorschlag eines Kollegen (oder RAAbits-Arbeitsblätter) oder lassen Sie Raum für Spontaneität bzw. Flexiblität von Seiten der Schüler im Unterrichtsplan.

Tipp 2: Kommunikation
Reden ist wichtig, reden sollten Sie mit den Kollegen im Referendariat, mit Lehrerkollegen aber auch insbesondere mit Leuten, die so gar nichts mit dem Referendariat anfangen können: „Der beste Tipp ist, sich mit Menschen umgeben, die nicht im Referendariat sind und die das Thema im besten Fall auch gar nicht interessiert. Mal über was anderes reden, abschalten.“ Von Kollegen und älteren Lehrern können Sie sich wiederum viele Tipps abholen, sich mit Ihnen über Unsicherheiten austauschen oder sogar Material bekommen, was – siehe Tipp 1 – auch Zeit sparen kann.

Tipp 3: Hospitation oder „Lehrprobe light“
Sehr nützlich, um Sicherheit zu gewinnen und sich auf Lehrproben besser vorzubereiten ist es, wenn Sie erfahrene Kollegen oder Mitrefs einfach mal bei sich hospitieren lassen. Wird man immer nur von der eigenen Mentorin oder dem eigenen Mentor eingeschätzt, bekommt man oft nur eine Meinung. Der optimale Tipp, der einem weiterhilft, kann aber auch von einer/m anderen Lehrer/in kommen.

Tipp 4: Abschalten
Wenn schon Referendare mit einem Burn-Out-Syndrom ausfallen, ist niemandem geholfen und am allerwenigsten Ihnen selbst! Nehmen Sie sich auch einmal Zeit für sich. Es hilft Ihnen, Sport zu machen, ein Buch zu lesen, fernzusehen, sich mit Freunden zu treffen etc. Wenn Sie einen Terminkalender haben, tragen Sie dort einfach auch Zeiten für sich ein. Diese Pausen sind nützlich. Danach ist der Kopf befreit und man kommt auf neue Ideen: „Ich bin im Ref so viel gelaufen wie noch nie. Das hat mir geholfen, den Kopf freizubekommen.“

Tipp 5: Organisation
Das Arbeitszimmer oder den Computer aufzuräumen hilft, Dinge schneller zu finden. So verlieren Sie weniger Zeit beim Suchen und haben nützliche Dinge für die nächste Unterrichtsstunde schneller parat. Für den Computer gilt: Bauen Sie die digitale Ablage möglichst ähnlich der Ablage in Ihrem Zimmer auf, vermeiden Sie kryptische Abkürzungen bei Bezeichnungen und verzweigen Sie Ihre Ordnerstruktur nicht zu stark. Hilfreich ist es für Sie auch, sich von einem gut organisierten Lehrer aus der Schule zeigen zu lassen, wie er archiviert und Ordnung hält. (Weitere Tipps hierzu gibt es auch in unserem Buch zum Thema Selbstmanagement.)

Tipp 6: Die Klasse für die Lehrprobe vorbereiten
Dürfen Sie sich in der Lehrprobe die Klasse aussuchen, ist das natürlich ein sehr günstiger Fall. Nehmen Sie dann eine Klasse, die Sie bereits kennen, mit der Sie gut klar kommen und die auch Sie mag. Schüler sind bei einer Lehrprobe meist schon von sich aus bereit gut mitzuarbeiten, besonders wenn Sie ihnen die Bedeutung dieser Stunde erklären. Eine kleine ‚Bestechung‘ in Form von Süßigkeiten oder Kuchen hilft Ihnen aber in allen Fällen.

Tipp 7: Eine Sache nach der anderen
Sie müssen differenzierte Aufgaben für einen lernschwachen Schüler erstellen, der Schulleiter möchte Sie im Unterricht besuchen, Sie haben die Eltern einer auffälligen Schülerin für ein Gespräch eingeladen und die Klassenlehrerin möchte sich mit Ihnen über die Förderung eines hochbegabten Kindes austauschen. Den Unterricht für morgen haben Sie noch nicht vorbereitet und nächste Woche wartet die Lehrprobe…

Zwar wird mittlerweile von jedem verlangt, dass man zehn Aufgaben auf einmal erledigt, aber wenn man zu viele Dinge auf einmal macht, leidet oft die Qualität der Arbeit. Deshalb ist es besser, Schritt für Schritt vorzugehen, Dinge nach ihrer Priorität zu ordnen und eine Sache nach der anderen abzuarbeiten. Unterscheiden Sie dafür Dringlichkeit und Wichtigkeit: Manche Aufgaben sind zwar dringend, aber nicht wichtig. Kümmern Sie sich zuerst um dringende und wichtige Aufgaben.

Tipp 8: Stellungnahme nach dem Unterrichtsbesuch vorbereiten
Nach dem Unterrichtsbesuch ist vor der Stellungnahme – auch darauf können Sie sich vorbereiten. Da Sie in der Stellungnahme zehn Minuten lang Ihren Unterricht darstellen müssen, hilft es, sich einen Plan zu machen. Schon im Vorhinein können Sie sich überlegen, wie Sie in der Stellungnahme argumentieren und wie Sie das eigene Vorhaben begründen. „Ich habe mich immer mit Lehrerfreundinnen zusammengetan. So konnte man auch worst-case-Szenarien üben.“ Abwechselnd können Sie dann die Zeit nehmen, Verbesserungsvorschläge machen und sich auch auf Rückfragen im Kolloquium vorbereiten.

Tipp 9: Wechseln bevor es zu spät ist
Sie kommen mit Ihrem Mentor bzw. Ihrer Mentorin oder einer Klasse überhaupt nicht zurecht. Was tun? Anstatt die Probleme mitzuschleppen, suchen Sie lieber das Gespräch mit der Mentorin oder dem Mentor bzw. mit der Klasse und holen Sie sich dabei eventuell einen Vermittler, am besten den Vertrauenslehrer, dazu. Sollte das Gespräch nicht helfen, informieren Sie den Schulleiter und sprechen Sie Ihren zuständigen Seminarleiter spätestens im Bilanzierungsgespräch am Ende des Halbjahres darauf an.

Tipp 10: Zeitfresser vermeiden
Die redselige Kollegin möchte sich nur ‚kurz‘ mit Ihnen über den Lehrplan austauschen, die Eltern der Klassenbesten rufen nur ‚geschwind‘ an, um sich über den Stand ihrer Tochter zu informieren, der Schulleiter fängt Sie in der Tür ab und möchte ‚nur rasch‘ ein paar Termine abklären und am Ende ist doch eine halbe Stunde vergangen. Hier gilt: Bei Anliegen, die Sie nicht sofort und unaufwändig erledigen können räumen Sie sich Bedenkzeit ein. Fragen Sie, bis wann eine Antwort gewünscht ist oder teilen Sie mit, wann Sie sich melden.

Das waren Sie, unsere 10 Tipps aus der RAABE-Redaktion. Wir wünschen Ihnen gutes Durchhalten und erfolgreiche Lehrproben!

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Benedikt Reinhard
Benedikt Reinhard
b.reinhard@raabe.de

… ist als Volontär im Raabe Fachverlag für Bildungsmanagement für die Broschürenreihe für Referendare ‚Perspektive Lehramt‘ zuständig. Außerdem betreut er zusammen mit Mirjam Dapp die RAABE Akademie.

1 Comment
  • Fit für's Referendariat – Beziehungen, das A und O
    Posted at 10:40h, 25 August

    […] sich an beruflichen Schulen dar. Hier gibt es sehr viele unterschiedliche Schulformen, die man als Referendar kennen sollte, und hier können Schulleitungen helfen einen guten Überblick zu […]

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