Das Fach Wirtschaft auf der bildungspolitischen Landkarte – „ein weites Feld“

Das Fach Wirtschaft auf der bildungspolitischen Landkarte – „ein weites Feld“

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„Bildungsplan in Baden-Württemberg: Wirtschaft wird Pflichtfach“, SZ.de, 06.11.2015 – so oder so ähnlich titelten deutsche Tageszeitungen im Herbst 2015. Damals wurde im Zuge der baden-württembergischen Lehrplanreform die Einführung des neuen Fachs „Wirtschaft Berufs- und Studienorientierung“ (WBS) an den Gymnasien im „Ländle“ beschlossen. Wozu? Schüler sollen bereits ab der achten Klasse mit den unterschiedlichen Perspektiven des Wirtschaftslebens vertraut gemacht werden – mit der des Verbrauchers, des Berufswählers, des Arbeitnehmers, des Unternehmers und des „Wirtschaftsbürgers“.

© iStockphoto/triloks

Ist Baden-Württemberg damit deutschlandweit ein Vorreiter? Ein Blick auf die bildungspolitische Landkarte Deutschlands verrät: Die von Bundesland zu Bundesland variierende Ausgestaltung des Fachs Wirtschaft ist „ein weites Feld“ – um es mit den geflügelten Worten Theodor Fontanes aus dem Roman Effi Briest zu sagen.

Wirtschaft und Recht – Fach mit langer Tradition       

Bei einer Reise durch die deutsche Bildungslandschaft vom Süden in den Norden stoßen wir zunächst auf die Bundesländer Bayern und Thüringen, in denen das traditionsreiche Fach „Wirtschaft und Recht“ in Klasse 8 bzw. 9 einsetzt. Ökonomische Bildung findet hier zumindest formal getrennt von politischer Bildung statt – dafür stehen rechtswissenschaftliche Themen wie Straf- oder Eigentumsrecht schwerpunktmäßig auf der Tagesordnung.

Wirtschaft als „Kombifach“       

Setzen wir unsere Reise in den Norden fort, gelangen wir nach Niedersachsen, an dessen Gymnasien das Fach „Politik/Wirtschaft“ gelehrt wird. Dem Leitbild, politische und ökonomische Bildung Hand in Hand zu gestalten, folgt eine Mehrheit der deutschen Bundesländer. Zum Beispiel auch Niedersachsens Nachbarländer Nordrhein-Westfalen und Hessen. Werfen wir einen Blick in die Klassen des „Kombifachs“ Politik/Wirtschaft, werden uns zum Teil erstaunlich junge Gesichter entgegenblicken. In Nordrhein-Westfalen Fünftklässler, in Hessen Siebtklässler.

Reisen wir noch ein Stück weiter in nordöstliche Richtung, treffen wir auf Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Auf den Stundentafeln dieser Bundesländer werden wir vergeblich nach einem Fach suchen, das „Wirtschaft“ im Namen trägt. Denn genau wie in Rheinland-Pfalz werden wirtschaftliche Zusammenhänge hier im Rahmen anderer Fächer unterrichtet – vorwiegend in Sozialkunde, Erdkunde oder Geschichte.

In der Sekundarstufe II ist „Wirtschaftslehre“ oder „Wirtschaftswissenschaften“ bereits als eigenständiges Fach etabliert. Ein betriebswirtschaftlicher Blick auf Unternehmen, volkswirtschaftliche Konjunkturmodelle und wirtschaftspolitische Entscheidungsfelder wie Beschäftigungs- oder Geldpolitik bilden gemeinsam mit internationalen Wirtschaftsbeziehungen einen Schwerpunkt des Fachs.

Wirtschaft in Baden-Württemberg – ein Impuls für RAAbits Wirtschaft

Wie unsere Reise durch Deutschland aufgedeckt hat, ist Baden-Württemberg zwar kein Vorreiter, doch gemeinsam mit Bayern und Thüringen ist es eines der wenigen Bundesländer, das Wirtschaft in der Sekundarstufe I als eigenständiges Fach etablieren möchte.

Dies haben wir zum Anlass genommen, ein innovatives Werk zu entwickeln, das den wachsenden Stellenwert ökonomischer Kompetenzen in Gymnasien und der Arbeitswelt widerspiegelt: RAAbits Wirtschaft. Da die Unterrichtseinheiten in knappen, in sich abgeschlossenen Modulen aufgebaut sind, können Sie sowohl die Module als auch die Einzelmaterialien flexibel kombinieren und passgenau für jede Klasse und Altersstufe zusammenstellen. Damit eignet sich RAAbits Wirtschaft für ganz unterschiedliche Fach- und Lehrplankonstellationen – und passt sich damit wie ein Chamäleon dem „weiten Feld“ der ökonomischen Bildung in Deutschland an.

Warum das neue Werk den Slogan „aktuell – modular – lebensnah“ trägt, welche Rolle dabei die Simpsons, Diskotheken, Kekse und Feinstaub spielen, erfahren Sie demnächst.

 

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Madeleine Hankele
Madeleine Hankele
m.hankele@raabe.de

... ist Redakteurin im Bereich Gesellschaftswissenschaften und betreut das Fach Wirtschaft.

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