Wie macht er das? – Der Weihnachtsmann naturwissenschaftlich betrachtet

Wie macht er das? – Der Weihnachtsmann naturwissenschaftlich betrachtet

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Seit mehreren Monaten taucht immer wieder ein Kerl mit breitem Grinsen, roter Zipfelmütze und dickem Bauch auf roten Lastwagen oder in Schokoladenform in Supermärkten auf – der Weihnachtsmann. In wenigen Tagen wird er wieder mithilfe seines Rentierschlittens auf Weltreise gehen, um Geschenke für Millionen von braven Kindern in Socken zu stecken oder unter einen Nadelbaum zu legen. Aber warum ertappt man ihn dabei nie? Wo wohnt er? Und was macht er eigentlich die restlichen 364 Tage im Jahr?

Man munkelt, dass der Weihnachtsmann auf seiner Weltreise per Rentierschlitten so aussehen könnte. © colourbox.com

Die naturwissenschaftliche Redaktion des RAABE-Verlags ist diesen Fragen mal auf den Grund gegangen und kam zu den folgenden Ergebnissen:

  • Die Nacht vom 24. auf den 25.12. dauert, unter Berücksichtigung aller Zeitzonen, rund 36 Stunden, d. h. 129.600 Sekunden. Zur Zeit leben rund 7,6 Milliarden Menschen auf der Erde. Schätzungsweise ein Drittel davon sind Christen, d. h. 2,5 Milliarden Menschen. Angenommen, die durchschnittliche christliche Familie zählt vier Mitglieder, kommt man auf 625 Millionen Familien, die der Weihnachtsmann in einer einzigen Nacht zu besuchen hat. Damit bleiben dem Weihnachtsmann lediglich 0,00020736 s für einen Besuch. Das liegt weit unter der sogenannten Flimmerverschmelzungsfrequenz, d. h. der Abfolge von Bildern, unter der das menschliche Auge keine Einzelbilder mehr wahrnimmt. Man kann den Weihnachtsmann, biologisch betrachtet, bei seinen Besuchen also gar nicht sehen! Das erklärt auch die Tatsache, dass es bis zum heutigen Tag keine Belege für Sichtungen des Geschenkebringers durch den Menschen gibt.
  • Die obige Rechnung berücksichtigt nicht die Zeit, die der Weihnachtsmann für seine nächtliche Weltreise benötigt. Die Geschwindigkeit seiner Weltreise innerhalb von rund 0 Sekunden wäre so enorm, dass sie Albert Einsteins Gesetz („Nichts ist schneller als Licht!“) aus den Angeln heben würde. Die Folge dieses wissenschaftlichen Dilemmas: Der Weihnachtsmann ist nur nachts unterwegs. Denn, wenn gar kein Licht da ist, kann man auch schneller als selbiges sein.

Und was macht der Weihnachtsmann das restliche Jahr über? Die Antwort ist so naheliegend wie einfach: Er ändert permanent seinen Wohnsitz! Laut Expertenmeinung liegt die Heimat des spendablen Gesellen nämlich am Nordpol. Bis heute dauert der Streit an, ob es sich dabei um den geographischen (der am weitesten vom Äquator entfernt liegende Punkt der Nordhalbkugel) oder den magnetischen Nordpol (ein wandernder Ort, gekennzeichnet durch die jeweilige Ausrichtung des irdischen Magnetfeldes) handelt. Da der Weihnachtsmann als äußerst friedliebend gilt und sicherlich ungern Auslöser eines Expertenstreits sein möchte, hat er sich vermutlich für die goldene Mitte entschieden: Er schlägt sein Quartier einfach auf halber Distanz zwischen geographischem und magnetischem Nordpol auf. In Abhängigkeit der aktuellen Ausrichtung des irdischen Magnetfeldes ändert sich diese Position aber ständig. So ist der Weihnachtsmann permanent am Umziehen. Wäre sonst ja auch ziemlich langweilig für ihn, wenn nicht gerade Heiligabend ist.

Der harmonieliebende Weihnachtsmann ist das restliche Jahr über vermutlich ständig mit Umziehen beschäftigt. © colourbox.com

Jetzt, wo diese wichtigen Fragen geklärt sind, können wir uns ganz entspannt in die Feiertage verabschieden. Wir wünschen Ihnen eine ebenso entspannte und schöne Weihnachtszeit – ob mit oder ohne Weihnachtsmann!

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Nora Kistner
Nora Kistner
n.kistner@raabe.de

… ist Redakteurin im Bereich Naturwisschenschaften und betreut die Projekte „RAAbits Realschule Biologie“ und „RAAbits Realschule Chemie“.

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