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Vier Schüler in NRW…

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Nach der vierjährigen Grundschule beginnt für Hasan, seine Schwester Hülya und ihre gemeinsamen Freunde Jasmin und Lukas ein neuer Abschnitt im (Schul-)Leben. Welche Wege könnten die vier Kinder beschreiten? In NRW wären folgende Schulkarrieren möglich:

Hasan besuchte schon in der Grundschule den islamischen Religionsunterricht , den NRW als erstes Bundesland als ordentliches Schulfach – neben dem christlichen, jüdischen und orthodoxen Religionsunterricht – eingeführt hat. Ein weiterer wichtiger Schritt für das Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft wie der unseren. Studieren können angehende Lehrerinnen und Lehrer das Fach übrigens an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

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Aber zurück zu Hasan und unseren anderen drei Grundschülern. Alle vier haben bisher Angebote des Ganztages genutzt. Denn das bevölkerungsreichste und am dichtesten besiedelte Bundesland hat beim Ausbau die Nase vorne: Im Schuljahr 2010/11 machten 66,1% der nordrhein-westfälischen Schulen Ganztagsangebote, der Bundesdurchschnitt liegt bei 51,1%. Dem größten Reformprojekt des deutschen Schulwesens fehlen jedoch nach Aussage des DJI (Deutsches Jugendinstitut) übergreifende Konzepte und Qualitätsstandards. Die beiden Geschwister hoffen, auch in ihrer weiterführenden Schule den Ganztag besuchen zu können. Im Gegensatz zur Abdeckung von 90% bei den Grundschulen liegt diese bei den weiterführenden Schulen zum Teil nämlich deutlich niedriger.

Ihre gemeinsame Freundin Jasmin weiß schon, dass sie an ihrer neuen Schule weiterhin den Ganztag besuchen kann. Bald geht sie die fünfte Klasse einer der neu gegründeten Sekundarschulen, deren Lehrplan sich an denen der Gesamt- und Realschulen orientiert und so gymnasiale Standards sichert. So wird Jasmin in der sechsten Klasse bereits eine zweite Fremdsprache erlernen können. Für manche ihrer Mitschüler wird diese ab Klasse 8 angeboten, damit die Anschlussfähigkeit für das Abitur bestehen bleibt. Die Sekundarschulen sind ein Ergebnis des Schulkonsenses zwischen den drei großen Parteien der Landesregierung und wurden 2011 als weitere Regelschulform eingeführt. Sie schreibt das gemeinsame Lernen in Klasse 5 und 6 vor und muss, um den Schülern das Abitur zu ermöglichen, mit einer Oberstufe kooperieren. Neben der Gesamtschule existiert so eine weitere Schulform des längeren gemeinsamen Lernens und kommt so dem Wunsch vieler Eltern entgegen, die den Bildungsweg ihrer Kinder länger offen halten wollen.

Auch für Lukas’ Eltern ist dies wichtig. Deswegen wünschen sie sich für ihren Sohn eine Aufnahme in der Laborschule Bielefeld . Diese als integrierte Gesamtschule konzipierte Versuchsschule wurde zusammen mit dem Oberstufenkolleg im Jahr 1974 nach den Vorstellungen und unter Leitung des Pädagogen Hartmut von Hentig eröffnet. Lukas’ Chancen stehen nicht schlecht, zu einem der 60 neuen Fünftklässlern zu gehören: Er wohnt in Bielefeld und gehört zu einer Familie, in denen kein Elternteil einen höheren Schulabschluss als den der Realschule hat. Entsprechend der Bevölkerungsstruktur werden ca. 60 % der Kinder aus diesen Familien aufgenommen.

So bleibt es spannend für unsere vier Schüler aus NRW, wie und wo ihre schulische Karriere weitergehen wird…

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Rabea Sellhorst
Rabea Sellhorst
r.sellhorst@raabe.de

betreute im RAABE Fachverlag für die Schule das Werk "Attraktive Grundschule. Jedes Kind fordern und fördern".

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