Katastrophe Tag

Es ist ein riesiges, fast menschleeres Gebiet, größer als das Saarland, das sich die Natur langsam wieder zurückerobert. Wölfe streifen rudelweise durch verlassene Dörfer. Assoziationen an antike Tempelanlagen, deren Spitzen sich mitten in bewaldetem Gebiet nur mühsam über die Baumkronen erheben, drängen sich auf, wenn man sich die heutigen Bilder der einst knapp 50.000 Einwohner zählenden Stadt Prypjat ansieht. Die Menschen im Gebiet um Tschernobyl haben ihre Heimat nicht freiwillig verlassen, sie verloren sie über Nacht. Von etwa 350.000 Menschen ist die Rede, wenn auch einige wenige noch heute in ihren alten Häusern wohnen, auf eigenes Risiko. In Prypjat, der ukrainischen Stadt in unmittelbarer Nähe zu Tschernobyl, nahm am 26. April 1986, also vor mittlerweile 30 Jahren, die Nuklearkatastrophe ihren Lauf. In jener Nacht kam es aufgrund bestimmter Eigenheiten des verwendeten Reaktortyps, menschlichen Versagens und Verstößen gegen die Sicherheitsvorschriften zu mehreren Explosionen im Reaktorkern. Große Mengen radioaktiver Stoffe wurden freigesetzt, die sich als feiner Staub in der näheren Umgebung niederschlugen und – bedingt durch die Wetterlage – in Form von Aerosolen über große Teile Europas auch bis nach Deutschland getragen wurden. Durch Regen wurden die Aerosole aus der Atmosphäre ausgewaschen. Die Warnungen vor dem Verzehr von mit radioaktiven Stoffen belasteten Wildschweinfleisch und Pilzen aus Süddeutschland, insbesondere aus Bayern ist dem ein oder anderen vielleicht noch präsent.

[caption id="attachment_10416" align="alignright" width="310"] Den Durbar-Platz in der Tempelstadt Bhaktapur in Kathmandu gibt es nicht mehr. Foto: Thinkstockphotos/iStockphoto[/caption] Fünf Minuten vor 12 Uhr mittags ist die Welt in Nepals Hauptstadt Kathmandu noch in Ordnung. Geschäftiges Treiben herrscht auf den Straßen. Einheimische hasten durch die engen Gassen....

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