Europameisterschaft Tag

Nun ist es vollbracht: Die Fußball-Europameisterschaft ist vorbei, die Autos der Fans werden bis zur nächsten Meisterschaft wieder in den Garagen abgestellt und mitsamt den Hupen tunlichst geschont, und auch bei uns wird die Schlussglocke zur letzten Runde geläutet. Auf noch zwei Sportarten ist das Scheinwerferlicht zu richten. Passend zu den kurzzeitig hohen Temperaturen begeben wir uns heute unter anderem ins kühle Nass und müssen anschließend aufpassen, dass wir uns bei der zweiten Sportart keine Erkältung zuziehen. Wie wir alle wissen (sollten), spielen (bzw. rudern) die deutschen Ruderer und Kanuten vorne in der Weltspitze mit, die mediale Abdeckung von Ruderwettbewerben und Kanuslalom sprechen jedenfalls dafür. Dennoch gibt es auch hier eine Teamsportart, die unter dem Radar läuft, obwohl „wir“ auch hier zur Weltspitze gehören (Damen wie Herren sind amtierende Europameister, die Damen sogar Weltmeister). Es ist die Rede von Kanupolo (und ich bitte, die Bilder von Pferden in Booten ganz schnell wieder zu vergessen).
…und ein herzliches Willkommen zurück zur dritten Ausgabe beim Blick mit dem Feldstecher über den sportlichen Tellerrand durch den Nebel der Unkenntnis. Mittlerweile ist ja leider das Fallbeil über Island gefallen (vielleicht lässt sich ihnen zu Ehren eine Runde Wikingerschach spielen?). Da auch Wales mit der Aufgabe als zwischenzeitlicher Empfänger des Daumendrückens und als Restfunken der Hoffnung auf eine Überraschung ganz offensichtlich überfordert war, wenden wir uns von diesem Trauerspiel ab und, nach Faust- und Handball in der letzten Woche, nun heute also einem kleinen Kunststoffball zu, der allerlei Schläge einstecken muss. Keine Sorge, es geht nicht um Golf (zumal, wie ja jeder weiß, ein Golfball aus Hartgummi mit einem Kunststoffüberzug besteht), sondern um Hockey. Bzw. um zwei Unterarten dieser Sportart.
Herzlich willkommen zum zweiten Teil unserer kleinen aber feinen Reihe zu unbeachteten Randsportarten. Nachdem in der letzten Woche das Wurfspiel Kubb den Anfang machte, wenden wir unser heutiges Augenmerk, wie versprochen, zwei Ballsportarten zu. Bei der ersten Sportart sind die deutschen Mannschaften (Herren und Frauen) eine ziemliche Bank: Beide Teams sind sowohl amtierende Europa- als auch Weltmeister im Faustball. [caption id="attachment_13141" align="aligncenter" width="584"]Faustball Spielfeld Spielzug Fistball Field Ballsport Eine Spielsituation im Faustball © Flingeflung (CC BY-SA 3.0 DE)[/caption] Aber was genau ist Faustball? Die Unterschiede zum Volleyball jedenfalls sind aus Laiensicht auf den ersten Blick nicht sofort ersichtlich. Zum einen wäre da die Anzahl der Spieler. Gespielt wird mit nur fünf Feldspielern (sechs beim Volleyball) und die Positionen werden nicht rotiert, auch wenn theoretisch ein Positionswechsel von Spielern erlaubt ist. Der Ball, bei dem es sich grob vereinfacht nur um einen etwas härter aufgeblasenen Volleyball handelt, darf nur mit den Unterarmen oder den Fäusten (daher auch der Name des Spiels) geführt werden (ein Spiel mit der flachen Hand ist nicht erlaubt).
[caption id="attachment_13121" align="aligncenter" width="500"]EM WM Fans Meisterschaft Stimmung Ausgelassenheit Sieg Jubel, Trubel, Heiterkeit © Colourbox[/caption] Otto und Ottilie Normalverbraucher wissen genau: Sobald man Zahnpasta mit schwarz-rot-goldenen Streifen und Nudeln in Deutschlandoptik kaufen kann, regiert wieder König Fußball! Die Europameisterschaft in Frankreich hat jüngst begonnen, die Befindlichkeiten und Wehwehchen der deutschen Nationalmannschaft bestimmen die tägliche Nachrichtenlage und (fast) jeder fiebert mit „unserer“ Elf mit und drückt ihr die Daumen, damit „wir“ Europameister werden (dabei weiß doch sowieso ein jedes Kind, dass das Island wird). Doch während wir uns den Titel herbeisehnen, vergessen wir völlig, dass wir schon Europameister sind. Wobei „vergessen“ das falsche Wort ist. Während Fußball quasi omnipräsent ist und die Sportnachrichten dominiert, werden kleinere Sportarten kaum bis gar nicht beachtet, noch nicht einmal in den Kanälen des Sportfernsehens. Höchste Zeit also, einmal den Vorhang beiseite zu ziehen und nachzusehen, in welchen Disziplinen Deutschland derzeit amtierender Europameister ist. Heute und in den nächsten Wochen werden einige bekannte und weniger bekannte Sportarten vorgestellt.

Fußballfans aufgepasst! UPDATE! Das Gewinnspiel ist gestern abend (15.06.2016 23:59) zu Ende gegangen. Die Gewinner werden demnächst ausgelost und benachrichtigt! Danke für's Mitspielen! Am 10. Juni eröffnet das Gastgeberland Frankreich le Championnat d’Europe de football, die Europameisterschaft 2016. Vier Wochen lang werden erstmals 24 statt wie bisher...

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