Ehe für alle – sind jetzt wirklich alle gleich?

Ehe für alle – sind jetzt wirklich alle gleich?

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Noch vor der heißen Phase des Bundestagswahlkampfs wurde am 30. Juni 2017 die „Ehe für alle“ verabschiedet. SPD, Linke und Grüne stimmten geschlossen dafür, die Mehrheit von CDU/CSU sowie Kanzlerin Angela Merkel dagegen. Am Ende stand es 393 zu 226 Stimmen für die „Ehe für alle“. Für viele ist dies ein großer Schritt in Richtung Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Beziehungen. Dennoch zeigen sich auch im 21. Jahrhundert immer noch Schwierigkeiten, die im digitalen Zeitalter eigentlich längst behoben sein sollten: Die bundesweit verwendete Software der Standesämter sieht zur Registrierung nur die verschiedengeschlechtliche Ehe vor. Ein technisches Problem, das zwar ärgerlich ist und die Umsetzung der „Ehe für alle“ komplizierter macht, als es eigentlich ist, aber dennoch ein Problem, das mit der Zeit zu lösen sein wird.

Vorurteile abbauen – ist das möglich?

Eine viel größere Herausforderung hingegen zeigt sich in den Köpfen einiger Menschen, welche mit Vorurteilen gegenüber Homosexuellen gefüllt sind. Wird es unserer Gesellschaft gelingen, diese zu beseitigen? Und bedeutet die „Ehe für alle“ tatsächlich eine Gleichstellung? Bis vor kurzem war es homosexuellen Männern beispielsweise immer noch verboten, Blut zu spenden; nun ist es nur unter bestimmten Auflagen erlaubt. Eine gerechtfertigte Vorsichtsmaßnahme oder offene Diskriminierung?

Weiterhin klassisches Familienbild in den Schulbüchern?

Auch in den deutschen Lehrplänen hat noch längst keine Gleichstellung stattgefunden. Das klassische Familienbild von „Mutter-Vater-Kind“ ist weiterhin vorherrschend, gleichgeschlechtliche Beziehungen und sogenannte „Regenbogenfamilien“ werden – wenn überhaupt – nur am Rande erwähnt. In hessischen Schulen allerdings stehen seit 2016 die „Vielfalt sexueller Orientierungen und Geschlechteridentitäten“ sowie die „Akzeptanz von Lesben, Schwulen, bi-, trans- und intersexuellen Menschen“ fächerübergreifend auf dem Stundenplan. „Eine Katastrophe!“, sagen die einen, „Ein längst überfälliger Fortschritt“, die anderen.

Ein kontrovers diskutiertes Thema – welcher Meinung sind Ihre Schüler? Diskutieren Sie mithilfe der Gratismaterialien diese zwei höchst umstrittenen Themen zum Blutspendeverbot und zur Thematisierung sexueller Vielfalt im Unterricht und unterstützen Sie so Ihre Schüler bei der Meinungs- und Urteilsbildung.

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Jennifer Daxer
Jennifer Daxer
j.daxer@raabe.de

ist Redakteurin im Bereich Gesellschaftswissenschaften.

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