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September 1513 – ein Spanier und der Pazifische Ozean

September 1513 – ein Spanier und der Pazifische Ozean

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Mehr oder weniger zufällig bin ich auf einen Jahrestag aufmerksam geworden, der ein halbes Jahrhundert zurück liegt. Ich hatte schon lange einmal vor, das Buch „Sternstunden der Menschheit“ von Stefan Zweig zu lesen. Unter anderem erzählt er darin unter der Überschrift „Flucht in die Unsterblichkeit“ spannend und detailreich von der „Entdeckung“ des Pazifischen Ozeans.

magnifier and compass on a stylized mapDer entscheidende Tag ist der 25. September des Jahres 1513. Am Morgen dieses Tages macht sich Vasco Nuñez de Balboa auf zur letzten Etappe seines Unternehmens, als erster Europäer das „neue“ Meer zu sehen. De Balboa ist Anführer eines Trupps spanischer Soldaten, der auf dem von ihm zurückgelegten beschwerlichen Weg durch den Urwald stark dezimiert wurde. Dass er hierher an die Landenge von Panama gekommen ist, verdankt er mehreren Zufällen und Handlungen gegen die spanische Krone sowie der Gier nach dem Gold, die nach den Berichten von Columbus ausgebrochen war. Bisher waren alle Versuche der Seefahrer, diesen Ozean, das Südmeer, zu finden, erfolglos geblieben … Als Balboa mit seinen Soldaten bei einem Stammeshäuptling zu Besuch ist und dieser ihnen Gold schenkt, geraten die Spanier untereinander in heftigen Streit. Der Häuptling wundert sich über die Spanier und berichtet von einer mächtigen See und von Flüssen, die dieses gelbe Metall mit sich führen.

Sofort erkennt de Balboa, dass es sich um das gesuchte Meer handeln muss. Unbedingt will er als erster Europäer dieses Meer erblicken und für Spanien in Besitz nehmen. Zudem wollte er sich damit freikaufen von der Schuld, die er bisher auf sich geladen hatte. Er plant alles genau. Am 24. September macht sich de Balboa mit 67 Mann seines Trupps zur letzten Etappe bereit und steigt den ihm von Eingeborenen gewiesenen Berg hinauf. Vor dem Gipfel macht er aber halt. Alleine steigt er am 25. September 1513 bis zum Gipfel. Er allein will als erster Europäer das Mar del Sur sehen. Erst danach lässt er die Anderen nachkommen. Ein Kreuz wird errichtet mit dem Namen des spanischen Königs und eine Urkunde wird gefertigt, die das Ereignis festhält und bezeugen soll, dass er, de Balboa, es war, der das Meer gefunden hat.

Doch das Leben von de Balboa nimmt kein gutes Ende. Er wird im Januar 1519 ohne Gerichtsprozess wegen Hochverrat von seinen Widersachern enthauptet. Sie gönnen ihm den Ruhm nicht und wollen vor allem verhindern, dass er auch noch das Inka-Reich entdeckt. Gefangen genommen wurde er übrigens von Francisco Pizarro, seinem einstigen Weggefährten. Der spanische König erfährt erst viel später davon.

Sie fragen sich nun, warum ich Ihnen diese Geschichte erzähle? Nun ja, am Mittwoch ist der 25. September und der 500ste Jahrestag dieses Ereignisses. Ein guter Anlass also, die Geschichte der „Entdeckung“ des Pazifischen Ozeans wie alle anderen von Stefan Zweig erzählten elf Sternstunden der Menschheit in den Geschichts- und Geografieunterricht aufzunehmen und ihn so auf eine besondere Art und Weise zu bereichern und neue Zugänge zu eröffnen.

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Gerd Birkigt
Gerd Birkigt
g.birkigt@raabe.de

... ist Redaktuer im Bereich Bildungsmanagement.

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