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Schule braucht Hilfe! – Ein Blick in die Praxis

Schule braucht Hilfe! – Ein Blick in die Praxis

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Ich habe einen Termin mit Herrn Reuters, dem Schulleiter einer Realschule. Im Sekretariat ist niemand, dafür klingelt das Telefon. Dann beginnt das Faxgerät in der Ecke wild zu piepsen, das Telefon klingelt wieder, die Schulglocke schrillt und schließlich betritt Herr Reuters das Sekretariat, außer Atem, beladen mit einem Kaffeebecher, zwei Ordnern, einem Notizblock und mehreren offiziell anmutenden Papieren. „Entschuldigen Sie, ich war noch in einer Besprechung! Kommen Sie doch mit!“

Was würden Sie ändern?
Ich folge ihm in ein kleines Büro. Hier gibt es eine Topfpflanze und an den Wänden hängen bunte Plakate von Aufführungen der Theater-AG sowie Fotos von einem Schulfest. Reuters seufzt: „Wissen Sie, was wir in der Schulleitung eigentlich tun? Formblätter ausfüllen, Statistiken erstellen und Besprechungen abhalten. Dabei haben wir für die Schulentwicklung so viel vor! Die Inklusion kommt in Gang. Außerdem wollen wir unser Profil schärfen, in Richtung Naturwissenschaften und Nachhaltigkeit. Am Anfang waren die meisten Kollegen mit Begeisterung dabei. Aber uns alle frustriert es, wie wenig dann doch geschieht. Wir haben alle so viel auf einmal am Hals, Steine werden uns in den Weg gelegt – wie soll unsere Schule sich da weiterentwickeln?“

Ohne anzuklopfen, steckt plötzlich eine junge Kollegin den Kopf zur Tür herein:
„Herr Reuters, wir wären dann eigentlich soweit, kommen Sie noch?“
„Wie, Sie sind soweit? Unsere Besprechung ist erst um halb vier! Aus Rücksicht auf die Kollegen, die Pausenaufsicht haben! Warum hänge ich denn dauernd Protokolle der letzten Sitzungen ans Schwarze Brett, wenn das sowieso keiner liest?“

Freiräume für pädagogische Arbeit

Eine Mensa hätte er auch gerne, fährt Reuters fort. „Aber was gäbe es da schon zu essen, bei unserem Budget? Verkochte Möhren und Billigfleisch. Es bräuchte einfach Fachleute von außen für diese Finanzierungsfragen. Ich bin ja schließlich Schulleiter und nicht Manager, ich will pädagogisch arbeiten!“

Gute Schule

Was braucht eine gute Schule wirklich?
© thinkstock/iStockphoto

Wieder öffnet sich die Tür, diesmal nur einen Spaltbreit, und von draußen hört man Gekicher. „Ach, die Schülerzeitung! Dann kommt mal rein, ihr rasenden Reporter!“ Reuters wirkt mit einem Mal viel entspannter. „In Klasse 5 schreibt ein Kollege eine Wochenzeitung mit den Schülern“, erklärt er mir. „Er hat sich da viel Arbeit gemacht. Ein Ausflug zur Lokalzeitung steht auch noch an, aber da fehlt ihm wohl momentan die Zeit.“

Er sieht mich entschuldigend an: „Brauchen Sie mich noch?“

Weshalb dieser Blick in die Praxis?
Diese und ähnliche Erfahrungen aus dem Schulalltag bestärken uns bei RAABE darin, Schulleiterinnen und Schulleitern bei ihrer Arbeit der Schulentwicklung zur Seite zu stehen. Deshalb gibt es nun unsere Online-Plattform SCHULLEITUNGONLINE, die dringende Fragen des Leitungsalltags beantwortet, zeitsparende Materialien bereithält und Tipps und Ratschläge gibt, wie sich Schule und Schulentwicklung besser organisieren lässt. Dann kann auch Herr Reuters aufatmen, seine pädagogischen Pläne voranbringen und seine Mensa in Angriff nehmen – und die jungen Redakteure der Schülerzeitung haben Zeit für ihren Besuch bei der Zeitung.


Beitrag von Leonie Schönleber

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Britta Minges
b.minges@raabe.de

... ist als Produktmanagerin für alles rund um die Werke "Auf dem Weg zur inklusiven Schule" und "Auf dem Weg zur inklusiven Grundschule", ebenso wie für SCHULLEITUNGONLINE zuständig - und ist Social-Media-Managerin

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