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Religionsfreiheit versus Pressefreiheit?

Religionsfreiheit versus Pressefreiheit?

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Darf man Mohammed karikieren?

30. September 2005 – in der dänischen Tageszeitung „Jyllands-Posten“ erscheinen zwölf Karikaturen des Propheten Mohammed. Die Empörung in der muslimischen Welt ist groß. Massenproteste und Anschläge auf westliche Einrichtungen sind die Folge. Zahlreiche Menschen im Westen indes sehen die Meinungs- und Pressefreiheit seitens der Muslime infrage gestellt. (Siehe die europäische Presseschau bei Perlentaucher zum Thema.)

Kommt die Presse- und Meinungsfreiheit dort an ihre Grenzen, wo religiöse Gefühle Einzelner verletzt werden? Oder steht sie als unantastbares Gut über den Empfindungen einiger Weniger?

Ganz bewusst haben wir uns entschieden, in unserem Beitrag „Streitfall Islam – aktuelle Diskussionen um die zweitgrößte Religion Europas“ die Mohammed Karikatur von Kurt Westergaard nicht abzudrucken. Warum nicht?

Aus Respekt vor unseren muslimischen Mitbürgern und aus Achtung vor deren religiösem Empfinden haben wir die Religionsfreiheit in diesem Fall vor die Pressefreiheit gestellt. Publiziert haben wir stattdessen drei Internetlinks, unter denen die Karikaturen im Netz jedermann zugänglich sind. Jeder, der sich entscheidet, die Karikatur im Unterricht einzusetzen, findet hier eine druckfähige Vorlage.

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Claudia Hagemann
Claudia Hagemann
c.hagemann@raabe.de

… ist Redakteurin im RAABE Fachverlag für die Schule und betreut die Projekte „RAAbits Ethik/Philosophie“ und „RAAbits Religion“.

1 Kommentar
  • Tobias
    Gepostet um 13:50h, 29 November

    ist das wirklich eine Frage der „Religionsfreiheit“?
    Dass man die Gefühle der Mitmenschen nach Möglichkeit nicht verletzt – ok, damit bin ich einverstanden. Die Abwägung lautet dann aber: Verletzung religiöser Gefühle vs. Presse- (oder vielleicht auch Meinungs-)freiheit. Und ist die genutzte Alternative (Angabe von Links zu den Dateien) dann wirklich ein Kompromiss? Aus Sicht der Betroffenen trägt diese Angabe vermutlich ebenso zur Verbreitung der Karrikaturen bei wie das Abdrucken selbst. Stellt sich die Frage, ob man die Gefühle der Betroffenen überhaupt ernst nehmen kann, wenn man das Thema nicht komplett verschweigt.
    Ich weiß es nicht…

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