Rätselhaftes – zum 100. Geburtstag des Kreuzworträtsels

Rätselhaftes – zum 100. Geburtstag des Kreuzworträtsels

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© Thinkstock/Ingram Publishing

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Wie könnte es anderes sein – schon die alten Griechen kannten Rätsel. Und ich kann mir gut vorstellen, dass auch die alten Römer, Araber oder Perser Spaß daran hatten. Über Rätsel im alten China konnte ich leider nichts finden.

Rätsel gab und gibt es in den verschiedensten Formen und die Bezeichnung „Rätsel“ wird für ganz unterschiedliche Sachverhalte verwendet. Sie kommen daher als Rätsel der Menschheit, als Rätsel der Wissenschaft und manch Kriminalfall oder Ereignis gibt uns Rätsel auf.

Doch Anlass dieser Zeilen sind nicht solche Rätsel, sondern das Kreuzworträtsel. Denn es feiert jetzt, im Dezember, seinen 100. Geburtstag. Zumindest gehen die meisten Quellen heute davon aus. Nach ihnen erhielt Arthur Wynne von seinem Chef im Dezember 1913 den Auftrag, für die Weihnachtsausgabe der „New York World“ sich mal etwas Neues einfallen zu lassen. Wynne machte sich an die Arbeit. Sein Rätsel hatte 31 Suchbegriffe. Er nannte sein Rätsel zunächst „World Cross“. Die Leser der Zeitung fanden es toll und erhielten nun in jeder Wochenendausgabe ein neues Rätsel.

Doch ganz klar scheint der Ursprung des Kreuzworträtsels dennoch nicht zu sein. Im Bertelsmann Volkslexikon von 1956 kann man unter dem Begriff noch lesen: „Worträtsel von John Wales im Gefängnis erdacht.“ Etwas anders wird in einem Kleinen Lexikon von 1949 berichtet. Danach erfand der durch einen Unfall gelähmte J. Wales das Kreuzworträtsel in seiner heutigen Form im Jahr 1924 und es war sofort Gesprächsthema in Schulen, Büros und Cafés. In Meyers Neues Lexikon des VEB Bibliograhisches Institut Leipzig von 1974 wird die Erfindung einem V. Orville zugeschrieben und auf eine weitere Version verwiesen, nach der das Kreuzworträtsel im 19. Jahrhundert in England aus den magischen Quadraten entstanden sein soll.

Doch wer auch immer Erfinder des Kreuzworträtsels gewesen ist, sein Siegeszug war nicht aufzuhalten. 1924 gab es das erste Kreuzworträtselbuch mit 50 Rätseln. Allerdings wagte der Verlag Simon and Schuster es nicht, es unter seinem Namen herauszugeben. Die Sorge war unbegründet, das Buch ein voller Erfolg, die Bürger begeistert. Interessant ist die Reaktion der Behörden der Stadt New York darauf. Sie empfahl, maximal zwei Rätsel am Tag zu lösen. Auch die Medizin meldete sich zu Wort: Ärzte äußerten die Besorgnis, dass Kreuzworträtsellösen das Augenlicht gefährden könnte und dass dieses Laster zu Schlaflosigkeit führen würde bis hin zu Neurosen. Wir erinnern uns, dass auch nach Erfindung der Eisenbahn vor der hohen Geschwindigkeit, die der Mensch nicht aushalten könne, gewarnt wurde. Neuere Warnungen wegen Schädigung der Gesundheit durch technische Neuerungen sind uns gegenwärtig, denken wir nur an Computer und Handy.

Von Amerika kam das Kreuzworträtsel nach England und auch in Deutschland etablierte es sich. Als erste Zeitung druckte die „Berliner Illustrirte“ im März 1925 ein Kreuzworträtsel. Inzwischen gibt es wahrscheinlich keine Zeitung und Zeitschrift, die ohne ein Kreuzworträtsel auskommt. Zudem gibt es zahlreiche Rätselzeitungen, die Rätsel mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und zu verschiedenen Themen enthalten. Die Rätsel gibt es schwedisch, schweizerisch und amerikanisch, es gibt sie als Wabe, Gitter, Setzkasten und Sprossenwand oder Rösselkasten, um nur eine Auswahl anzubieten. Aus meiner Kindheit erinnere ich mich mit Freude an Emil Steinberger. Der Schweizer Kabarettist versuchte sich in einem seiner Sketche als Telegraphenbeamter an der Lösung eines Kreuzworträtsels. Unter anderem gilt es einen kirchlichen Feiertag zu erraten, doch von „OGTERN“ hat er noch nie etwas gehört …

Mittlerweile gibt es dank neuer Technik diverse Möglichkeiten, sich Lösungshilfen zu bedienen. Man kann Kreuzworträtsel nach eigenen Bedürfnissen selbst erstellen und dafür Computerprogramme nutzen, was auch für die Schule Chancen bietet, ein Thema mal ganz anders anzugehen oder eine andere Übungsform einzusetzen. Es kann dabei um Allgemein- wie um Spezialwissen gehen. Kinder und Erwachsene haben Spaß am Rätseln, an Quizfragen. So ganz genau wissen selbst die Psychologen nicht, warum das so ist.

Bei mir hält sich die Begeisterung für Kreuzworträtsel in Grenzen. Ich steige mindestens an der Stelle aus, an der gefragt wird: „dt. Journalist geb. 1930“ oder „franz. Mime geb. 1930, gest. 2006“.

Um es selbst einmal auszuprobieren, haben wir uns als Raabe Fachverlag für Bildungsmanagement folgendes Kreuzworträtsel ausgedacht.

Wo man nachlesen kann – eine Auswahl:

  • Berliner Zeitung vom 20./21. Dezember 2003
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Gerd Birkigt
Gerd Birkigt
g.birkigt@raabe.de

... ist Redaktuer im Bereich Bildungsmanagement.

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