Mobbing 2.0 – wie Sie sich vor Mobbing im Internet schützen können

Mobbing 2.0 – wie Sie sich vor Mobbing im Internet schützen können

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Mobbing – vor allem Cybermobbing – ist ein weit verbreitetes Problem an Schulen. Wie wir bereits im Blogbeitrag „Zwei Seiten einer Medaille – Jugendliche und Medien: Cybermobbing“ berichteten, hat das Mobbing durch die Möglichkeiten des Internets eine neue Qualität erreicht. Eine besonders gemeine Art ist zum Beispiel das Happy slapping. Unter dem betont harmlos wirkenden Begriff verbirgt sich das Aufnehmen von körperlichen und verbalen Attacken mit dem Handy, die später in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden.

Eine solche (nachgestellte!) Szene zeigt folgendes Video unseres Autors Frank Gellert:

[youtube z45xK0qqA0U 600 338]

Was können Sie als Lehrer tun?

Viele Mobbing-Opfer sind verunsichert und wissen nicht, wie sie sich zur Wehr setzen können. Als Lehrkraft können Sie mit Ihren Schülern Verhaltensregeln bei Mobbing-Attacken in sozialen Netzwerken erarbeiten und ihnen somit Mut zum Widerstand machen. Hier ein paar Tipps:

Aussperren/Ignorieren: In vielen Netzwerken gibt es eine „Ignorieren“-Funktion. Damit kann verhindert werden, dass man die Nachrichten der Mobber erhält.

Melden: Melden Sie Beleidigungen und Bedrohungen bei den sozialen Netzwerken. Nach einem gemeldeten Mobbing-Fall sollte das Profil des Verursachers vom Betreiber gelöscht werden.

Beweise sichern, Härtefälle anzeigen: Machen Sie Kopien oder sonstige Sicherungen, etwa Screenshots, der beiliegenden Äußerungen. Dann haben Sie Beweismittel, die Sie dem Internetprovider vorlegen können. Gravierende Fälle von Mobbing oder andauernde Wiederholung können bei der Polizei angezeigt werden.

Sich mitteilen: Informieren Sie Vertraute, Bekannte, Freunde. Suchen Sie Hilfe. Gemeinsam lässt sich das Problem einfacher lösen.

Nicht antworten: Mobben Sie nicht zurück. Oft will der Mobber eine Reaktion provozieren, um anschließend noch heftiger zurückzuschlagen. In manchen Fällen gibt er nach ein paar Versuchen ohne Reaktion aber von selbst wieder auf.

Anderen helfen: Wenn Sie feststellen, dass Bekannte gemobbt werden, sollten Sie auch als Unbeteiligter eingreifen und dem Opfer zur Seite stehen. Täter werden abgeschreckt, wenn sie feststellen, dass ein Opfer Verbündete hat.

Weisen Sie Ihre Schüler auch auf die rechtlichen Konsequenzen hin. Bislang gibt es in Deutschland zwar kein Mobbing-Gesetz, aber auf Grundlage des Strafgesetzbuches und des Bürgerlichen Gesetzbuches können Täter strafrechtlich belangt werden. Je nach Art des Mobbings ist mit einer Geldstrafe oder sogar Freiheitsentzug zu rechnen.

Um dieses wichtige und brisante Thema im Unterricht zu vertiefen, bietet sich eine Projektarbeit an. Hilfreiche Materialien hierzu finden Sie in der Unterrichtseinheit „Was tun gegen Mobbing? – Eine Projektarbeit“. Die Schüler erweitern ihre Medienkompetenzen, indem sie Fallbeispiele und Videos näher betrachten. Sie lernen typische Verhaltensmuster und Konstellationen im Mobbing-Prozess kennen und entwickeln Lösungsansätze.

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Jasmina Frey
Jasmina Frey
j.frey@raabe.de

…ist Redakteurin im RAABE Fachverlag für die Schule und betreut die Projekte Deutsch und Englisch Berufliche Schulen

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