Dienstliche Beurteilung – oder: Mein erstes Mal RAABE Akademie

Dienstliche Beurteilung

Dienstliche Beurteilung – oder: Mein erstes Mal RAABE Akademie

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Mannheim, Dienstagmorgen, 6:00 Uhr, mein Wecker klingelt. Es ist stockdunkel und es regnet in Strömen! Am liebsten würde ich mich umdrehen, mich gemütlich unter meine warme Bettdecke kuscheln und weiterschlafen. Noch weiß ich nicht so recht, was ich von meinem heutigen Tagesprogramm halten soll. Ich fahre nämlich nach Frankfurt am Main. Dort findet eines unserer Schulleiter-Seminar statt, für mich die erste Veranstaltung der Raabe Akademie, bei der ich als Organisatorin mit dabei sein werde. Thema: „Dienstliche Beurteilung der Lehrkräfte – Neue Richtlinien des Hessischen Kultusministeriums“ Schulrecht, Paragraphen, Richtlinien? Vielleicht sollte ich wirklich besser im Bett bleiben. Mein Wecker sieht das anders. Von mir aus. Also schäle ich mich aus dem Bett – und auf geht’s in die Mainmetropole.

Am Bahnsteig empfängt mich mein Kollege Gerd Birkigt, beladen bis oben hin mit Seminarunterlagen. Er hat heute irgendwie bessere Laune als ich, trotz Nässe, Kälte und Schulrecht. Dass die Straßenbahn uns bis vor die Tore des Dominikanerklosters bringt, wo unser Seminar stattfinden soll, versöhnt mich ein bisschen. Und das Kloster bietet wirklich eine schöne Kulisse für unsere Veranstaltung. Schon bald laufen die Referenten und die ersten Teilnehmer ein. Viel zu früh, es geht doch erst in einer Dreiviertelstunde los. Die sind aber motiviert. Und das bei dem Thema? Versteh ich nicht.

Das Thema brennt den Schulleitern tatsächlich unter den Nägeln, das wird schon in der ersten Diskussionsrunde deutlich. Seit einem halben Jahr gibt es die neuen Richtlinien für dienstliche Beurteilungen jetzt schon. Aber keiner weiß so genau, wie sie denn überhaupt umgesetzt werden sollen. Sie sind aber auch wirklich einigermaßen verwirrend: Juristendeutsch eben, und zwar für Fortgeschrittene.

Die Richtlinien für dienstliche Beurteilungen – ganz schön knifflig

Bewertet werden kann jeder Lehrer mit insgesamt 13 Punkten. Die wiederum sind sieben verschiedenen Bewertungsstufen zugeordnet. Erfüllt der zu bewertende Lehrer die Anforderungen voll, erhält er aber nicht die volle Punktzahl – logisch –, sondern nur sieben Punkte in der Bewertungsstufe IV. Geht’s noch komplizierter? Der Meinung sind auch die Teilnehmer. Zum Glück wissen aber die Referenten Bescheid und die allgemeine Verwirrung weicht nach Impulsvortrag, Gruppenarbeiten und unzähligen Zwischenfragen nach und nach einem Zustand zufriedener Erkenntnis. Am Ende des Tages sind die Fragezeichen in den Gesichtern sogar fast vollständig verschwunden.

Lernziel? Eindeutig erreicht, würde ich sagen, sogar bei mir. Interessant war das Seminar schon, muss ich zugeben. Viele meiner ehemaligen Kommilitonen, die jetzt in Hessen ihr Referendariat machen, sind ja jetzt auch von dieser Regelung betroffen. Und ich bin jetzt sozusagen optimal vorbereitet, um ihre dienstlichen Beurteilungen bis ins kleinste Detail korrekt zu interpretieren. Also immer her damit!

Mein Tipp an alle Lehrer, bei denen bald die erste Bewertung ansteht: Lassen Sie sich bitte nicht entmutigen, wenn Sie nicht gleich die 13 knacken. Auch sieben Punkte sind ein Kompliment – man muss ja nicht gleich nach den Sternen greifen. Nach nur zwei Jahren im Schuldienst gibt es sicher bei fast jedem noch Luft nach oben! Und allen hessischen Schulleitern, die noch mit den neuen Richtlinien zu kämpfen haben, kann ich nur dringend zur Teilnahme an unserem Wiederholungstermin in Frankfurt am 12. April raten.

Titelfoto: © Thinkstock/iStock

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Mirjam Dapp
Mirjam Dapp
m.dapp@raabe.de

... ist Volontärin im RAABE Fachverlag für Bildungsmanagement und unterstützt die Redaktion bei der Betreuung der Werke "Auf dem Weg zur inklusiven Schule" und "Auf dem Weg zur inklusiven Grundschule". Außerdem ist sie für die RAABE Akademie zuständig, zusammen mit Benedikt Reinhard.

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