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Keine Angst vorm großen Hund! – Wir feiern den Welthundetag am 10. Oktober 2014

Keine Angst vorm großen Hund! – Wir feiern den Welthundetag am 10. Oktober 2014

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Die Superspürnase mit sozialer Intelligenz

Hund_CaniDer Hund, als bester Freund des Menschen, wird nicht nur im Gesundheitswesen, bei der Polizei, der Bergwacht und als Blindenhund eingesetzt. Seine großartigen sozialen Talente kann er vor allem in der Psychotherapie und in der Schule unter Beweis stellen.

Schulhunde tragen dazu bei, dass sich Klassenklima und Lernverhalten der Schüler verbessern. Erwiesenermaßen gehen Schüler lieber zur Schule, Außenseiter werden aus ihrer Isolation geholt, positive Sozialkontakte gefördert und Lehrer mehr beachtet, wenn ein entsprechend ausgebildeter Hund anwesend ist.

„Hunde brauchen klare Regeln, Ordnung und Strukturen. Und was brauchen Kinder?“

Dr_Angelika_Mueller-Zastrau_Schulhund_BenIn Ihrem Buch „Ben, die Geschichte eines Schulhundes“ beschreibt Dr. Angelika Müller-Zastrau, Schulleitung der Maria-Montessori-Grundschule Hausen, für Kinder und Erwachsene, wie aus ihrem schier unbezähmbaren braunen Labradorwelpen, ein handzahmer Schulhund wurde. „Eine absolut gewaltlose, liebevolle, aber konsequente Erziehung war nötig, um Ben auf sein Leben als Schulhund vorzubereiten und erfolgreich mit ihm zu arbeiten. Jetzt ist er nicht mehr aus dem Schulalltag Buch_Schulhund_Benwegzudenken, die Kinder lieben ihn und ich bin sehr stolz auf ihn.“

Wer neugierig geworden ist, kann Ben im folgenden Video bei seiner Arbeit als Schulhund sehen.

Die positiven Effekte eines Schulhundes schätzt auch Förderschullehrerin Julia Skorsetz und berichtet aus ihrem Schulalltag mit ihrem Hund Cani.

Hund_Cani_Julia_SkorsetzWarum haben Sie sich für die Arbeit mit einem Schulhund an Ihrer Schule entschieden?

Aus meiner ehemaligen Arbeit im Kinderfreizeitbereich weiß ich, dass mein damaliger Begleithund bei den Kindern gut ankam und positive Auswirkungen auf das Miteinander hatte. Nachdem dieser Hund verstarb, suchte ich mir ganz bewusst einen Hund mit besonders menschenfreundlichem und offenem Wesen aus. Aber auch die Rahmenbedingungen an der Schule müssen passen. Keiner darf sich durch den Hund gestört fühlen – auch die lieben Kollegen nicht. Da ich gute Rückendeckung von allen Seiten hatte, konnte ich meinen Traum wahr machen und Cani darf mich von nun an auch beruflich begleiten.

PinwandWie sieht ein Vormittag mit Cani aus?

Am Anfang war alles sehr aufregend für meine Schüler. Wir haben Cani einen Platz im Klassenzimmer eingerichtet und ihn mit ein paar Leckerlies gefüttert. Kinder und Hund mussten sich erst einmal beschnuppern. Allen war klar: Wenn es zu laut im Klassenzimmer wird, muss Cani ins Auto. Anfangs war der Geräuschpegel manchmal doch etwas lauter, aber die Kinder waren aufgeregt und noch nicht alle konnten angstfrei mit dem Hund umgehen. Inzwischen ist das ganz anders. Cani hat eine sehr beruhigende Wirkung auf die Klasse und alle halten sich an die vereinbarten Regeln.

Hund_Cani_WunschlisteWie reagieren die Schüler auf Cani?

Ein paar Schüler verhalten sich noch etwas zurückhaltend, aber alle reagieren durchweg positiv. Sie lieben Cani und das zeigen sie ihm auch – jeden Tag. Ich bin ganz neidisch auf Cani. Er bekommt nämlich viele (Liebes-) briefe.

 Worin unterstützt Sie Cani am meisten?

Cani schafft es, den Schülern ein Gefühl von Angenommensein zu vermitteln. Außerdem trägt er wesentlich zur Verbesserung der Lehrer-Schüler-Beziehung bei. Ich als „Herrin“ des Hundes, aber auch als „Mittlerin“ fühle mich respektiert. Seit Cani in der Klasse ist, beobachte ich eine größere Reflexionsfähigkeit bei meinen Schülern. Sie können Grenzen besser akzeptieren und einhalten – und damit meine ich nicht nur die Grenzen des Hundes. Die Schüler gehen rücksichtsvoller miteinander um und in Streitereien wirkt Cani oft als „Eisbrecher“. Hunde reagieren unmittelbar und ehrlich. Das tut den Schülern einfach gut und sie haben Cani als Freund in ihr Herz geschlossen.

Auch im Kollegium wird Cani sehr geschätzt. Wenn er morgens mit dem Schwanz wedelt, bekommt er gleich ein Lächeln oder ein paar Streicheleinheiten geschenkt und die Kollegen melden mir zurück, wie beruhigend es besonders an einem hektischen Tag ist, wenn Cani im Lehrerzimmer auf seiner Decke liegt.

Hund_Cani_SchuelerinWas musste Cani lernen?

Cani brachte zum Glück schon viele Voraussetzungen mit, die ihn für die Arbeit als Schulhund qualifizieren. Er hat sich inzwischen auch an untypische Bewegungen, Lautäußerungen und Verhaltensweisen behinderter Schüler gewöhnt und erschrickt dabei nicht mehr. Seine hohe Reizschwelle und seine absolute Stresstoleranz lassen ihn immer gelassen bleiben. Er hat gelernt, Kommandos auch von fremden Personen auszuführen. Ich bin wirklich sehr stolz auf ihn.

Gibt es eine besondere Geschichte aus Canis Schulalltag?

Eine Schülerin zeigte anfangs großen Ekel vor Canis Leckerlies. „Ich möchte auch gerne Cani mal ‚Sitz‘ sagen, aber diese Dinger riechen so komisch. Ich will das nicht anfassen.“ Nachdem Cani das Kommando der Schülerin ausgeführt hat, ruft sie ganz begeistert „Ich habe es geschafft. Cani hat sich hingesetzt. Hast du das gesehen?“ Zum Füttern gab ich der Schülerin Einmalhandschuhe. Inzwischen füttert sie Cani ohne diese.

Wir wünschen allen Hunden und Hundebesitzern einen schönen Welthundetag!

Wenn Sie das Thema „Hund“ im Unterricht aufgreifen möchten, finden Sie hier eine kleine Auswahl an Unterrichtseinheiten:

 

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Stefanie Marlit Kindl
Stefanie Marlit Kindl
s.kindl@raabe.de

...betreut bei RAABE das Werk "Einfach künstlerisch - Kunst und Werken fachfremd unterrichten".

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