Je suis Charlie – der Spendenaufruf des Börsenvereins

Je suis Charlie – der Spendenaufruf des Börsenvereins

Posting teilen:

jesuischarlie_schwarze_schrift

Den Terroranschlag gegen die Redaktion von „Charlie Hebdo“ dürfen wir nicht hinnehmen, ohne nicht zumindest ein kleines Zeichen dagegen zu setzen – denn: #JeSuisCharlie! Daher möchten wir Sie gerne auf die Spendenaktion des Börsenvereins „Wir sind Charlie“ hinweisen.

Zu diesem Zweck hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ein Spendenkonto für die Redaktion von „Charlie Hebdo“ und die Angehörigen der Opfer des Anschlags eingerichtet.

Je Suis Charlie–Spendenkonto für Redaktion und Angehörige der Opfer

Logo Börsenverein des Deutschen Buchhandels 250px

Spenden nimmt das Sozialwerk des Deutschen Buchhandels bei der Frankfurter Sparkasse unter dem Stichwort „Charlie“ entgegen, die Kontodaten lauten:

IBAN DE 71500502010000351555
BIC HELADEF1822

Posting teilen:
Marcel Meder
Marcel Meder
m.meder@raabe.de

... ist RAABE-Redakteur und betreut die Projekte RAAbits Berufliche Schulen Religion und Werte und Ethik Mittlere Schulformen.

7 Comments
  • Jörn Meinhardt
    Posted at 11:14h, 15 Januar

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    mit nicht geringer Verwunderung habe ich zur Kenntnis genommen, dass sich der Raabe-Verlag via Spendenaufruf für „Charlie Hebdo“ als Vorkämpferin für die Meinungsfreiheit geriert. In der Dezemberausgabe 2011 der Reihe RAAbits Ethik/Philosophie entschied man zum Karikaturenstreit rund um Kurt Westergaard, „aus Respekt vor unseren islamischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern“, die Karikatur nicht abzudrucken. Dort verweist der Verlag stattdessen auf die Internetadresse z.B. von Henryk Broder; falls jemand mit der Karikatur im Unterricht arbeiten will, kann er diese dort „selbstverständlich kostenlos“ bekommen. Sie sollten sich schämen!

  • Tobias Dietzsch
    Posted at 11:35h, 15 Januar

    Sehr geehrter Herr Meinhardt,
    ups, da bin ich doch etwas überrascht über diese Lesart des Blogbeitrages. Für eine Position als „Vorkämpfer für Meinungsfreiheit“ kann ich keine Bestätigung finden, wenn es lediglich um den Hinweis auf den Spendenaufruf des Börsenvereins geht.
    Auch in diesem Blogbeitrag wird doch eher versucht, niemandes religiöse Gefühle zu verletzen. Es wird noch nicht einmal zu diesem Anschlag Stellung genommen – dazu würden mir persönlich viel deutlichere Worte einfallen, als sie hier formuliert wurden.
    Und dass man sich mit den Opfern eines Anschlages solidarisiert – dagegen können Sie doch eigentlich auch nicht sein. Dies tun doch sogar viele muslimische Mitbürger …
    Ich persönlich sehe also keinen Grund dafür, dass sich ein Verlag dafür schämen sollte, auf eine Aktion des Börsenvereins hinzuweisen.
    Viele Grüße

    T. Dietzsch

  • Jörn Meinhardt
    Posted at 16:31h, 15 Januar

    Herr Dietzsch, es wäre nicht unerhört, schämten Sie sich für Ihren Mangel an Einsatz für die Meinungsfreiheit im Dezember 2011. Sie haben in der Tat Recht, wenn Sie keine Anzeichen für eine Positionierung sehen – die sehe ich auch nicht.

    Freundliche Grüße, J. Meinhardt

  • Marcel Meder
    Marcel Meder
    Posted at 16:47h, 15 Januar

    Sehr geehrter Herr Meinhardt,

    mit unserem Posting möchten wir uns keinesfalls als Vorkämpfer für die Meinungsfreiheit generieren, wie Sie uns vorwerfen, sondern weisen lediglich darauf hin, dass ein Terroranschlag mit dem Ziel, Menschen zu töten, weil sie ihre Meinung äußern – sei sie nun in angemessener Form oder nicht -, nicht hinnehmbar ist. Darauf verweist unser Spendenaufruf, der für die redaktionellen Mitarbeiter UND die Angehörigen eingerichtet wurde, um wenigstens auf diese Weise geringfügig helfen zu können.

    Wir haben hier also einerseits die (m.M.n völlig legitime) Entscheidung der Redaktion Philosophie/Ethik, aus Rücksichtnahme die Karikaturen nicht abzudrucken. Und zum Zweiten unser (m.M.n. ebenso legitimer) Widerspruch gegen die „erfolgreiche“ todbringende Gewalt, den wir mit der Unterstützung des Spendenaufrufes unterstreichen.

    Was daran schämenswert ist, vermag ich nicht zu erkennen.

    Freundliche Grüße
    Marcel Meder (Social Media Manager, Raabe Verlag)

  • Jörn Meinhardt
    Posted at 06:39h, 16 Januar

    Sehr geehrter Herr Meder,

    gerne bemühe ich mich um Aufklärung und Erkenntnis, schließlich hat das Parallelen zu jener Tätigkeit, die ich beruflich ausübe.

    Sie betrachten das Nichtabdrucken der Karikatur in einem Heft zur Unterrichtsgestaltung zum Thema „Meinungsfreiheit“ als „legitim“… Gleichzeitig verweisen Sie an selbiger Stelle unter anderem auf den Journalisten Broder, bei dem man die Karikatur erhalten könne. Fragen wir mal so: Wie soll ich bitte eine Unterrichtsreihe mit den von Ihnen vorgeschlagenen Inhalten durchführen, wenn ich nicht den Stein des Anstoßes zeigen kann? Sie scheinen das Thema nachvollziehbarerweise ja nahelegen zu wollen, bloß das heiße Eisen selber anfassen, und sei es nur um einen diskursiven Umgang im schulischen Rahmen damit zu ermöglichen, das überlassen Sie lieber einem Journalistenkollegen, der den Mumm hat, für den Begriff der Meinungsfreiheit auch selber einzustehen. Nachgerade ist es dann doch ein ziemlicher Hohn, wenn Sie Ihre Solidarität mit einem Magazin erklären, welches genau den Mut in doppelter Ausführung besaß, den Sie nie hatten! So ganz kann ich Ihnen in der Sache einen Mangel an schlechtem Gewissen und die Unfähigkeit zur Scham gar nicht glauben: es wird nur schwierig, den Fehler aus Dezember 2011 auf diese Weise los zu werden. Sie können aber auch weiter versuchen, Ihr „Zwiedenken“ beizubehalten, eines ist dennoch sicher: Sie sind nicht Charlie!

  • Tobias Dietzsch
    Posted at 08:15h, 16 Januar

    Sehr geehrter Herr Meinhardt,

    eine gute Stellungnahme zur Entscheidung Veröffentlichung der Karrikaturen vs. Nicht-Veröffentlichung finden Sie unter anderem bei Herrn Wegner von der Zeit (http://www.zeit.de/kultur/2015-01/pressefreiheit-irrtuemer-mohammed-karikaturen).
    Persönlich versuche ich, eine Einordnung in die Kategorien „Richtig“ und „Falsch“ zu vermeiden, da ich Sorge habe, dass ein solches Denken unweigerlich zu Missverständnissen führt und unserer Gesellschaft nicht gerecht wird.

    Viele Grüße

    Tobias Dietzsch

  • Jörn Meinhardt
    Posted at 11:00h, 17 Januar

    Sehr geehrter Herr Meder, sehr geehrter Herr Dietzsch,

    Sie haben nicht einmal den Mut besessen, zum Zwecke einer diskursiven Auseinandersetzung den zentralen Gegenstand der Kontroverse abzudrucken, nun führen Sie einen Artikel zu Ihrer Rechtfertigung an, der eine Situation beschreibt, in der ein Abdruck der Karikatur weitaus mutiger, riskanter und positionierender gewesen wäre. Ihr moralischer Relativismus ist da nur folgerichtig und erklärt den Mangel an Scham, wie auch das Zwiedenken. Ich kann mir vorstellen, dass Menschen wie Broder (dessen Website Sie vorschützen falls jemand Ihren unverbindlichen Vorschlag mit der Karikatur Unterricht zu machen, tatsächlich umsetzen will) oder die getöteten Karikaturisten von „Charlie Hebdo“ es nicht schätzen würden, ein „Je suis Charlie“ auf Ihrer Seite zu lesen. Was halten Sie also davon, aus im Voraus bedachtem Respekt vor den Gefühlen dieser Menschen, diesen Schriftzug hier nicht zu verwenden?

    Mit freundlichem Gruß,

    J. Meinhardt

Post A Comment

Akzeptieren und Weiter
Diese Webseite verwendet Cookies. In unserer Datenschutzbestimmung können Sie Details über die Einstellungen der Anbieter erfahren und wie Sie Ihre Cookie-Einstellungen jederzeit ändern können. Durch den Besuch der Website akzeptieren Sie die Nutzung von Cookies.