Inklusion: was denken Lehrerinnen und Lehrer? [UPDATE]

Inklusion: was denken Lehrerinnen und Lehrer? [UPDATE]

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„Behinderte Schüler? Bitte nicht in meiner Klasse“ – mit diesen markigen Worten fasst Spiegel online die Ergebnisse der forsa-Umfrage „Inklusion an Schulen aus Sicht der Lehrerinnen und Lehrer“ zusammen, die der Verband Bildung und Erziehung in Auftrag gegeben hat. Ist das fair? Sind Lehrerinnen und Lehrer allesamt Inklusionsverweigerer?


Menschenrecht Inklusion

Die UN-Behindertenrechtskonvention fordert die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben. In Artikel 24 wird das Recht auf inklusive Bildung festgeschrieben. Die Unterzeichnerstaaten sind gefordert, Menschen mit Behinderung den Besuch einer Regelschule zu ermöglichen.


 Eine Umfrage, viele Fragen

Bei der forsa-Umfrage wurden 1.003 Lehrerinnen und Lehrer an allgemeinbildenden Schulen befragt. 57 Prozent aller Lehrerinnen und Lehrer halten es grundsätzlich für sinnvoll, Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam zu unterrichten. Gibt es bereits inklusive Lerngruppen an ihren Schulen, steigt dieser Anteil sogar auf 65 Prozent. In der Mehrheit befürworten Lehrerinnen und Lehrer also den inklusiven Unterricht! Doch es gibt auch Skeptiker der Inklusion: 41 Prozent der befragten Lehrerinnen und Lehrer sind dafür, am System der Sonderschulen festzuhalten.

Die Rahmenbedingungen müssen stimmen

Die befragten Lehrerinnen und Lehrer wissen genau, welche Rahmenbedingungen sie brauchen, damit sie allen Schülerinnen und Schülern gerecht werden können:

  • Ganz oben auf der Liste steht die ständige Doppelbesetzung aus Lehrer und Sonderpädagogen, die 88 Prozent für notwendig erachten.
  • Lehrerinnen und Lehrer wünschen sich bessere Fortbildungen, denn mehr als drei Viertel aller Befragten beurteilt das bestehende Angebot als weniger oder gar nicht gut.
  • Baustelle Barrierefreiheit: Mehr als die Hälfte aller Lehrerinnen und Lehrer geben an, dass ihre Schule nicht barrierefrei sei.

Inklusion schaffen wir!

Inklusion ist eine Riesenaufgabe für alle, die am Schulleben beteiligt sind. Mut machen möchte der Verein mittendrin e.V., der mit der Kampagne „Inklusion schaffen wir!“ zeigen möchte, wie Inklusion gelingen kann.

In kurzen Videos kommen Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung, Eltern und Sozialpädagogen zu Wort und schildern aus ihrer Sicht, was Inklusion für sie bedeutet:

Ein roter Faden zur inklusiven Schule

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Ein roter Faden zur inklusiven Schule (c) Tim Reckmann / pixelio

Gibt es an Ihrer Schule bereits inklusiven Unterricht? Oder machen Sie sich auf den Weg zur inklusiven Schule? Für die ersten Schritte sind fachliche Beratung und Unterstützung hilfreich. Wir bei Raabe kümmern uns bereits seit 2011 in Printforrm um das Thema Inklusion. Jetzt ist auch eine Fortbildung dazugekommen: Die RAABE Akademie bietet am 24.06. in Frankfurt [UPDATE 18.06.2015] künftig ein Methodenseminar an, das speziell für Schulleitungen und Steuergruppen an Schulen auf dem Weg zur inklusiven Schule entwickelt wurde.

Um diese Fragen wird es gehen:

  • Wie ermitteln wir die Ausgangslage und den Handlungsbedarf an unserer Schule?
  • Wie erreichen wir möglichst schnell einen gemeinsamen Informationsstand?
  • Wie regen wir verlässliche Arbeitsstrukturen an, damit unser Weg zur inklusiven Schule gelingt?
  • Wie finden wir die Themen, die wir in Steuergruppen und im Kollegium bearbeiten müssen?
  • Wie evaluieren und sichern wir Arbeitsergebnisse, ohne Protokoll führen zu müssen?

Weitere Informationen finden Sie unter www.raabe-akademie.de.

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Anne-Kathrin Schmid
Anne-Kathrin Schmid
a.schmid@raabe.de

organisierte Veranstaltungen für die RAABE Akademie.

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