„In allen vier Ecken soll Liebe drin stecken“ – die Raabe-Redakteure begehen den Welttag der Poesie

„In allen vier Ecken soll Liebe drin stecken“ – die Raabe-Redakteure begehen den Welttag der Poesie

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„Liebe Leute groß und klein, haltet mir mein Album rein, reist mir keine Bletter aus, sonst ist’s mit der Freundschaft aus.“

Poesiealbum EinbandDiese freundliche Mahnung findet sich auf der ersten Seite des Poesiealbums einer Kollegin aus der Raabe-Redaktion. Ihre Klassenkameraden, Verwandten und Lehrer haben sich diese offenbar zu Herzen genommen, denn auch mehr als 30 Jahre später wirkt das Album immer noch wie neu. Na ja, fast – ein bisschen altertümlich wirken die Sprüche dann doch. Beim Durchblättern fühlt man sich spontan zurückversetzt in die 1980er-Jahre, auf einen unbequemen Stuhl in einem stickigen Klassenzimmer. Die Energie reicht nicht mehr, um dem Unterricht zu folgen, aber immerhin noch dafür, sich im Poesiealbum der besten Freundin zu verewigen. Zum Beispiel hiermit:

„Ein Seehund lag am Meeresstrand
und putzte sich sein Maul mit Sand.
Möge stets dein Herz so rein
wie diese Seehundschnauze sein.“

Poesiealbum EintragIm Poesiealbum erkannte man auch gleich, wie es um die Beziehung zwischen zwei Personen stand. Grundsätzlich galt: Je länger der Text und je mehr eigene Zeichnungen oder Sticker auf einer Seite, desto enger die Freundschaft. Glitzernde Sticker waren dabei selbstverständlich mehr wert als nicht glitzernde.

Doch Nostalgie beiseite – wie steht es heute um die poetische Seite der Raabe-Redakteure? Anlässlich des Welttages der Poesie, den die UNESCO jährlich am 21. März ausruft, wollten wir es wissen und starteten eine kleine Umfrage im Verlag. Die Reaktionen kamen prompt, ganz so, als hätten die Kollegen nur darauf gewartet, zwischen Ergänzungslieferung, Unterrichtsbesuch und Marktforschung endlich mal über ihre liebsten – teilweise sogar eigenen Gedichte – zu sprechen. Auch wenn der Platz hier nicht für alle ausreicht, haben wir doch zumindest eine kleine Auswahl zusammengestellt. Die Gedichte dürfen selbstverständlich gerne geteilt werden, und wer weiß, vielleicht lässt sich sogar der eine oder andere Schüler dafür begeistern!

Poesiealbum Eintrag mit Zeichnung BlumenZum Frühlingsanfang passt zum Beispiel dieser Dreizeiler eines Kollegen, der sich am japanischen Haiku orientiert. Er ist so kurz, dass es auch jugendliche Gedichtmuffel problemlos zu Ende lesen können.

Gejährt steht der Baum,
doch bald bricht wieder der Tag
der Kirschblüte an.
Marcel Meder

Etwas länger, aber sicher sehr amüsant für pubertierende Achtklässler, ist das folgende Gedicht:

Ein männlicher Briefmark
Ein männlicher Briefmark erlebte
was Schönes, bevor er klebte.
Er war von einer Prinzessin beleckt.
Da war die Liebe in ihm erweckt.

Er wollte sie wieder küssen,
da hat er verreisen müssen.
So liebte er sie vergebens.
Das ist die Tragik des Lebens.
Joachim Ringelnatz

Von der Tragik des Lebens handelt auch das letzte Gedicht, das selbstverständlich nicht als schlechtes Omen für den kommenden Frühling missverstanden werden will:

Wirds besser? Wirds schlimmer?
Fragt man alljährlich.
Seien wir ehrlich:
Leben ist immer
lebensgefährlich!
Erich Kästner

Wir wünschen Ihnen einen poetischen Frühling!

Die Raabe-Redaktion

Vielen Dank an Elisabeth Wagner, Gerd Birkigt, Heidrun Fischer-Hamann, Jana Fritz, Jasmina Frey, Kathrin Bohlandt, Kristina Petry, Marcel Meder, Pamela Winkler und Verena Hafner!

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Kathinka Compagnon
Kathinka Compagnon
k.compagnon@raabe.de

…ist Redakteurin im RAABE Fachverlag für die Schule und betreut die Projekte RAAbits Spanisch und RAAbits Realschule Sozialkunde/Politik.

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