Hilfe, mein Wecker klingelt eine Stunde zu früh!

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Zeitumstellung! Für manche einfach nur ein paar Klicks am Wecker, ein bisschen Rädchendrehen an der Armbanduhr – für andere tagelanger Stress und Übermüdung.

Warum macht man sowas?

Europaweit – oder: Sind denn jetzt alle verrückt geworden

Zu aller erst: Es sind nicht nur die Deutschen, die im Frühling die Uhren eine Stunde nach vorne stellen. In der EU findet die Umstellung zur Sommerzeit stets am letzten Sonntag im März statt. Andere Länder wie zum Beispiel manche Staaten der USA oder Neuseeland haben andere Regelungen, weite Teile Asiens und Afrikas stellen die Uhren überhaupt nicht um.

Aber warum bleiben wir nicht bei der Winterzeit?

Stromsparen – oder: Lasst uns das Sonnenlicht nutzen

Sonnenkraft

© Thinkstock

Der ursprüngliche Gedanke der Zeitumstellung hatte ökonomische (und vielleicht auch ein wenig ökologische) Gründe. Da die Sonne abends länger scheint, sollten die Menschen zum Stromsparen animiert werden, indem sie Lampen ausgeschaltet lassen und länger das Tageslicht nutzen.

Der Mehrwert ist fraglich, da nun statt abends morgens das Licht eingeschaltet werden muss. Erst Ende Juni ist es um 6:00 Uhr schon so hell, dass man die Lampen auslassen kann ohne sich über seine Augengesundheit Sorgen zu machen.

Hinzu kommt diese ständige Müdigkeit und Unzufriedenheit, die manche Menschen nach der Zeitumstellung teilweise über mehrere Wochen mit sich rumschleppen. Warum ist das so?

Melatonin – oder: Wie wir morgens fit werden

Dass wir uns früh morgens müde fühlen und erst bei Sonnenschein richtig wach werden, liegt an den Hormonen Serotonin und Melatonin.

Serotonin macht Menschen glücklich, ruhig und zufrieden. Es gehört zu den sogenannten „Glückshormonen“. Melatonin ist sein Gegenspieler. Es macht müde und lässt uns abends ein- und nachts durchschlafen. Die beiden Hormone arbeiten antagonistisch, das heißt, während das eine stärker wird, wird das andere schwächer (Serotonin-Melatonin-Schaukel). Der Zyklus des Auf- und Abbaus der Hormone wird vom Sonnenlicht gesteuert. Trifft Sonnenlicht auf die Netzhaut des Auges, schüttet der Körper Serotonin aus. Gleichzeitig baut er Melatonin ab. Dies klappt in den frühen Morgenstunden besser als am späten Vormittag.

Die Zeitumstellung bringt diesen Rhythmus auf zweierlei Weisen durcheinander. Plötzlich ist es wieder dunkel, nachdem wir aufgestanden sind – das müde machende Melatonin kann also nicht so schnell abgebaut werden – und unsere innere Uhr an sich hinkt eine Stunde hinterher. (Sie kennen das vielleicht vom Jetlag.) In der Regel braucht die körpereigene Uhr zwischen 4 und 14 Tagen, um sich auf die neue Zeit einzustellen. Spätestens ab Ende Juni ist es dann auch früh morgens schon so hell, dass die Sonne zusätzlich hilft.

Wen dennoch die ersten Wochen im Dunkeln aufstehen aus der Bahn werfen, sollte es mit etwas Bewegung am Morgen und vor allem einer hellen Lampe versuchen. Denn auch wenn der Serotoninaufbau mit Sonnenlicht am besten klappt, geht es auch mit sehr hellem künstlichem Licht. Und auch wenn es vielleicht ganz schick aussieht, lassen Sie die Sonnenbrille zu Hause und gönnen Sie Ihrer Netzhaut ein paar Sonnenstrahlen!

Eine gute Eselsbrücke für die Zeitumstellung ist übrigens:

Im Sommer ist es warm, da stell ich meine Gartenstühle vor das Haus.
Im Herbst räume ich sie dann wieder zurück.

 

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Ines Wagner
Ines Wagner
i.wagner@raabe.de

... ist Redakteurin in der Grundschulredaktion im Bereich Deutsch als Zweitsprache.

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