Handlungsorientierung unterm Christbaum

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Kompetenzorientierte Anmerkungen zur Weihnachtszeit

Lebenslang lernen, permanent den eigenen Entwicklungsstand evaluieren und am individuellen Portfolio arbeiten – das gilt inzwischen als selbstverständliche Herausforderung für alle Generationen. Grund genug, die bevorstehenden Festtage einmal auf Lernchancen und Interaktionspotenziale im Sinne nachhaltiger Kompetenzentwicklung abzuklopfen. Wo ergeben sich Impulse für selbstständiges und vernetztes Lernen? Mit welchen Schwierigkeiten und Hindernissen ist bei der Ausbildung und Förderung fachlicher, sozialer und emotionaler Kompetenzen im Kontext „Advent“ und „Weihnachtszeit“ zu rechnen?

Auch der eigenverantwortliche Einsatz von Küchengeräten eröffnet neue Erfahrungshorizonte und erweitert das individuelle Handlungspotenzial im Bereich saisonaler Backwaren. © colourbox.com

 

Handlungs- und produktionsorientiert lassen sich bereits die Vorbereitungen gestalten, die zugleich einer Einstimmung auf den Lerngegenstand dienen: Im handelnden Umgang mit Schere und Klebstoff erweitern Lernende gezielt ihre Bastelkompetenz und trainieren ästhetische Urteilsfähigkeit. Die schmückende Ausgestaltung des Weihnachtsbaumes eröffnet dabei die Chance zur Kooperation in der familiären Kleingruppe. Ohnehin kann arbeitsteiliges Vorgehen die Effektivität des Lernprozesses intensivieren: Jedem Einzelnen wird so seine Verantwortung für den eigenen Beitrag zum Gesamtergebnis bewusst. Wichtig ist, für die Ergebnispräsentation im Plenum der Großfamilie ausreichend Zeit einzuplanen. Eine Feedbackrunde zum Baumschmuck, dem Festtagsbraten oder der Fensterdekoration sollte dabei stets mit positiven Rückmeldungen beginnen.

Im Vorfeld des szenischen Spiels empfiehlt sich die gründliche Vorbereitung mithilfe von Rollentexten. © colourbox.com

Die eigentlichen Weihnachtstage bieten dann Gelegenheit zur Erprobung tradierter Rollenmuster im szenischen Spiel. Eine Einfühlung in die Rolle kann unter Zuhilfenahme weißer Watte oder durch einfache Kostümierung mithilfe eines roten Mantels gelingen. In der Interaktion provozieren Impulse wie „Von draußen vom Walde komme ich her“ oder „Warst du auch immer schön brav?“ einen offenen Gedankenaustausch im Dialog der Generationen und initiieren das Nachdenken über Fragen moralischer Lebensführung. Alle Beteiligten werden zur Reflexion des eigenen Verhaltens angeregt und sind zu einer persönlichen Stellungnahme aufgefordert. Die Konstellation des Rollenspiels knüpft dabei unmittelbar an die Alltagserfahrung an und erlaubt es, Vorkenntnisse in Form auswendig gelernter Verse in das Weihnachtsgeschehen einzubringen.

Durch festliche Dekoration im Wohnbereich lässt sich eine entspannte Atmosphäre erzeugen, die einen unbeschwerten, aggressionsfreien Gedankenaustausch ermöglicht. © colourbox.com

 

Für Spannungen im Erfahrungsraum „Weihnachten“ kann hingegen eine Entscheidung über die Einbindung medialer Inhalte in die Tages- und Abendgestaltung sorgen. Die Auswahl geeigneter Fernsehsendungen, die alle Familienmitglieder in gleichem Maße anregen und fördern, trainiert dabei neben der Medienkompetenz auch das Kommunikationsverhalten und die Konfliktfähigkeit. In jedem Falle sollten Irritationen, die in der Plenumsdiskussion oder in Phasen der Gruppenarbeit aufgrund abweichender Erwartungshaltungen oder unterschiedlichen Arbeitstempos auftreten, offen angesprochen und im klärenden Gespräch ausgeräumt werden. Der Einsatz eines Blitzlichtes hat sich dabei zur Erstellung eines Stimmungsbildes bewährt.

Sie blicken im kompetenzorientierten Wortnebel nicht mehr durch? Können all die didaktisch-methodischen Sprachklischees nicht mehr hören? Wir auch nicht! Höchste Zeit für ein paar freie Tage. Erholen Sie sich und kommen Sie gut ins neue Jahr!

 

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Gerrit Leerhoff
g.leerhoff@raabe.de

Redakteur im RAABE Fachverlag für die Schule

1 Comment
  • Tobias
    Posted at 11:21h, 09 Januar

    Tja, rückblickend kann ich dazu sagen, dass die ästhetische Bildung in vielen Haushalten offensichtlich daneben ging. Dabei denke ich an die unzähligen blinkenden Rentiere in Vorgärten, leuchtende kletternde Weihnachtsmänner an Hausfassaden und Christbäume die in allen Farben des Regenbogens aus den Fenstern in die Dunkelheit strahlen.
    Trotzdem habe auch ich die freien Tage genossen 😉

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