Gruppe D – „Wundertüten“ vs. „Wiederauferstehung“

Gruppe D – „Wundertüten“ vs. „Wiederauferstehung“

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Die Gruppe D der Fußball-EM 2012 startet heute, am 11.06.2012 um 18:00 in Donezk, Ukraine. Die um den Gruppensieg rivalisierenden Mannschaften sind die Ukraine, Schweden, Frankreich und England.

Lange Zeit war eine europäische Mannschaft in der Versenkung verschwunden: Frankreich. Aber Mit dem Dienstantritt von Laurent Blanc als Trainer ging es für die Équipe Tricolore wieder aufwärts: seit gut 21 Monaten und 21 Spielen ungeschlagen – keine andere Mannschaft kann derzeit eine solche Serie aufweisen – zählt sie nun zu den Favoriten der Gruppe. Ein Turniersieg ist in erreichbare Nähe gerückt. Mit Franck Ribéry, der inzwischen die Gunst der Fans zurückgewinnen konnte, Karim Benzema und sechs anderen haben die Franzosen ein starkes Kernteam. Ein charismatischer Kopf allerdings, der Les Bleus zum Sieg beflügelt, fehlt ebenso wie bisher der letzte spielerische Funke, der die Franzosen zu einer außergewöhnlichen Mannschaft des Turniers machen könnte.

Wir werden bei dieser EM mit Sicherheit viele außergewöhnlich gute Fußballprofis sehen. Gewinnen wird letztlich eine Mannschaft – nicht einzelne Spieler. Das könnte für England zum Problem werden, denn die Three Lions haben derzeit unter einer Ausfallserie zu leiden. Allen voran Wayne Rooney, dem wichtigsten Mann im Team, der wegen einer Roten Karte in den ersten beiden EM-Spielen nicht antreten darf. Unabhängig von personellen Ausfällen ist wohl entscheidend, dass der Trainer Roy Hodgson im Mai 2012 (!) keine funktionierende Mannschaft übernommen hat. Ob dies dem neuen Mann in so kurzer Zeit gelingen wird? Als „Wundertüte“, die für Überraschungen, aber auch für Enttäuschungen sorgen kann, hat neulich einer der „Fußballexperten“ in meinem Freundeskreis England bezeichnet. Das trifft die Situation der Three Lions wahrscheinlich am besten.

Dies trifft auch auf die Schweden zu: Die Liste der Siege und Niederlagen gleicht allerdings mehr einem Pingpong-Spiel denn einer klaren Linie. Im Gegensatz zu vielen anderen Mannschaften liegt die Stärke der Schweden scheinbar nicht in der herausragenden Leistung einzelner Spieler, die durch eine starke Mannschaft unterstützt werden. Die Stärke liegt eher in der kollektiven Leistung, aus der ein Spieler herausragt: der Stürmer Zlatan Ibrahimović. Schwedens Trainer Erik Hamrén muss es also immer wieder gelingen, diese kollektive Leistung am Laufen und die exzentrische Spitze bei Laune zu halten. Zu einem Turniersieg wird dies jedenfalls nicht ausreichen.

Das Team der Ukraine hat einfach mit zu vielen Problemen zu kämpfen. So blieb nach einem Trainermarathon erst Nummer vier 14 Monate vor Beginn der Fußball-EM hängen: Oleg Blochin. Dasselbe Problem hatten die Ukrainer mit ihren Torhütern. Der jetzige Keeper Andriy Pyatov ist also nur ein Notbehelf. Dann fiel der Abwehrchef Dmytro Chygrynskyy aus. Blochin kann zudem nicht auf eine ausreichende Auswahl zurückgreifen, um seine Stammformation auszuwechseln. Und schließlich könnten auch die Spieler selbst die Mannschaft zu Fall bringen, da sie sich vor allem aus zwei regelrecht verfeindeten Fußballclubs zusammensetzt… Die konterstarke Elf, die gegen keinen EM-Teilnehmer gewinnen konnte, wird es schwer haben. Ob sie es über das Viertelfinale hinaus schafft?

Wir wünschen allen Fußballbegeisterten noch eine spannende Fußball-EM 2012!

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Marcel Meder
Marcel Meder
m.meder@raabe.de

... ist RAABE-Redakteur und betreut die Projekte RAAbits Berufliche Schulen Religion und Werte und Ethik Mittlere Schulformen.

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