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Flüchtlinge in der deutschen Gegenwartsliteratur

Flüchtlinge in der deutschen Gegenwartsliteratur

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Lektüretipps und aktuelle Materialien für den Deutschunterricht

Was bewegt junge Menschen, ihre Heimat in Syrien, im Irak oder in Afrika zu verlassen? Welche Erfahrungen machen Kinder auf der Flucht nach Europa, wie erleben sie die Ankunft und den Alltag als Flüchtlinge in Deutschland? Antworten auf solche Fragen lassen sich nicht nur im persönlichen Gespräch und in der journalistischen Berichterstattung finden, sondern auch in der deutschen Gegenwartsliteratur.

Viele Autoren der sogenannten „Migrationsliteratur“ haben ihre Erfahrungen in ihren Heimatländern und in Deutschland literarisch verarbeitet. Mit dem Roman „Der falsche Inder“ von Abbas Khider und „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ von Olga Grjasnowa stellen wir Ihnen zwei Romane vor, die sich für die Lektüre im Deutschunterricht eignen.

Abbas Khiders Roman Flüchtlinge Exilant Maja Bechert

Abbas Khiders Roman von 2008 gibt Einblick
in das Leben als Flüchtling und Exilant.
(© semper smile, München, nach einem Umschlagentwurf von Maja Bechert.)

„Der falsche Inder“ des deutsch-irakischen Schriftstellers Abbas Khider ist ein moderner Exilroman: In acht Kapiteln zeigt er unter­schiedliche Aspekte eines zeitgenössischen Flüchtlingsschicksals. Was treibt einen jungen Menschen ins Exil? Was erlebt er auf seiner zweijährigen Flucht durch verschiedene Länder des Mittelmeerraums? Und vor allem: Wie lassen sich diese Erfahrungen in eine adäquate literarische Form bringen?

Mit den RAAbits-Materialien zu „Der falsche Inder“ erschließen Ihre Schüler den Aufbau des Romans und das Flüchtlingsschicksal des Protagonisten. So gewinnen sie einen Einblick in die Vielschichtigkeit einer literarischen Verarbeitung authentischer Erfahrungen. Darüber hinaus diskutieren sie über den Literaturbetrieb und seine Schubladen: Welche Rolle spielt die Literaturkritik für den Erfolg eines Romans? Und ist der Begriff „Migrationsliteratur“ wirklich geeignet, um Texte und Autoren unserer Gegenwart literarisch einzuordnen?

Olga Grjasnowas Roman Flüchtlinge Rassismus 2012 2013

Flucht und Gewalt, nationale Klischees und alltäglicher Rassismus – Olga Grjasnowas Roman aus dem Jahr 2012 verhandelt Themen von großer Aktualität und fasziniert durch ein hohes Erzähltempo. (© Deutscher Taschenbuch Verlag 2013)

Im Roman „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ von Olga Grjasnowa ist Mascha Kogan die Hauptfigur: Sie ist elf Jahre alt, als sie als Flüchtling nach Deutschland kommt: „Ich begleitete meine Eltern auf das Ausländeramt und lernte dort, dass Sprachen Macht bedeuteten. Wer kein Deutsch sprach, hatte keine Stimme, und wer bruchstückhaft sprach, wurde überhört.“ Die Erfahrung der Sprachlosigkeit wird für Mascha zum Schlüsselerlebnis: Nach dem Abitur studiert sie Übersetzen und bereitet sich auf eine Karriere als Dolmetscherin bei den Vereinten Nationen vor, als eine traumatische Kindheitserinnerung aus dem Bürgerkrieg sie in eine tiefe Krise stürzt.

Mit den RAAbits-Materialien zum Roman begegnen Ihre Schüler der Generation der 20- bis 30-Jährigen mit Migrationshintergrund und ihren Erfahrungen mit alltäglichem Rassismus und nationalen Klischees. Sie untersuchen die Rolle der Sprache im Roman und diskutieren über Fragen der nationalen, kulturellen und religiösen Identität in einer multiethnischen, globalisierten Welt.

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Gerrit Leerhoff
g.leerhoff@raabe.de

Redakteur im RAABE Fachverlag für die Schule

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