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Es weihnachtet sehr: Adventsrezepte aus der RAABE-Redaktion – Teil 1

Es weihnachtet sehr: Adventsrezepte aus der RAABE-Redaktion – Teil 1

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Die Tage werden kürzer, es wird kälter und immer winterlicher. Da ist es schön, es sich mit einer Tasse Tee zuhause gemütlich zu machen und sich die Zeit mit einer der vielen Adventsleckereien zu versüßen. In den nächsten Wochen, immer am Adventssonntag, stellt die RAABE-Redaktion Adventsrezepte und Traditionen aus aller Welt vor. Den Anfang macht Schweden, wo wir den Lucia-Brauch etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Von bösen Mächten und Heiligen – die Vorweihnachtszeit in Schweden

Für das schwedische Adventsrezept muss ich ein bisschen ausholen.

Die schwedische Küche: lecker, lecker, lecker…

Für mich ist das Beste an der schwedischen Küche alles, was mit dem Kaffeetrinken (schwedisch: fika) zu tun hat (die Widerworte aller köttbullar-Begeisterten nehme ich gerne entgegen, bleibe aber bei meiner festen Überzeugung).

Denn wenn die Schweden eines können, dann ist das Kaffeetrinken. 10,4 kg der tropischen Bohnen werden nach Angaben der International Coffee Organization pro Kopf in Schweden jährlich verbraucht.

Für eine richtige fika braucht es aber nicht nur einen schön starken Filterkaffee, sondern natürlich auch das dazugehörige fikabröd: Hefeschnecken mit Zimt, Kardamom oder Pistazien, Prinzesinnentorte, Punschrollen, Kekse, Schokoladenkugeln – die Auswahl ist riesig.

 … und erst zu Weihnachten!

In der Weihnachtszeit werden die Wahlmöglichkeiten für die Kaffeepause noch um eine besondere Köstlichkeit ergänzt: lussekatter („Luciakatzen“), die anlässlich des Lucia-Tages am 13. Dezember gebacken werden.

Lussekatter Adventsrezepte

Lussekatter (c) Per Ola Wiberg, CC BY 2.0

Wie die bekannten kanelbullar (Zimtschnecken) sind auch lussekatter ein Hefegebäck. Safran färbt den Teig gelb, der in S-Form geschlungen mit zwei Rosinen dekoriert wird.

Der Lucia-Tag

Das Lucia-Fest ist ein Brauch, bei dem sich vorchristliche und christliche Traditionen miteinander verbinden und der in seiner heutigen Form doch erst etwa einhundert Jahre alt ist.

Nach dem julianischen Kalender fiel die Wintersonnenwende auf den 13. Dezember. Die längste Nacht des Jahres war in den vorchristlichen Vorstellungen gefährlich: Übernatürliche Mächte waren am Werk und die Tiere konnten sprechen.

Heilige Lucia 1951 Birgit Ridderstedt Adventsrezepte

Birgit Ridderstedt als Heilige Lucia, 1951 – Bild: C. Erík Ridderstedt, gemeinfrei

Das Christentum stellte diesem Volksglauben die Legende von der heiligen Lucia, der Lichtvollen (von lat. lux = Licht), entgegen. Um 286 auf Sizilien geboren, soll sie verfolgten Christen Lebensmittel gebracht haben. Um die Hände zum Tragen frei zu haben, soll sie sich einen Lichterkranz auf den Kopf gesetzt haben. Der Legende nach findet Lucia nach einem grausigen Martyrium den Tod durch das Schwert, weil sie als geweihte Jungfrau ihren Verlobten zurückweist. 1764 wird zuerst von dem Brauch berichtet, dass die älteste Tochter des Hauses der Familie am Lucia-Morgen mit einem Lichterkranz das Frühstück bringt.

Diese ursprünglich nur in Westschweden verbreitete Tradition griff das Stockholmer Freilichtmuseum Skansen auf, als dort im ausklingenden 19. Jahrhundert das erste moderne Lucia-Fest ausgerichtet wurde. 1927 veranstaltete die schwedische Zeitung Stockholms Dagblad einen Wettbewerb, in dem eine Lucia gewählt wurde, die dann in einer Prozession durch Stockholm ging. Die Idee wurde von anderen Lokalzeitungen aufgegriffen und verbreitete sich so über das ganze Land. Der auf den ersten Blick so urtümlich wirkende Brauch wäre also ohne die modernen Massenmedien undenkbar!

Das Rezept

Jetzt aber das versprochene Rezept für die lussekatter (Quelle: Chefkoch.de):

Zutaten

50 g Butter / Margarine
150 ml lauwarme Milch
25 g Hefe
300 g Mehl
50 g Zucker
1 Ei
1 Messerspitze Safran
1 Eigelb
Rosinen

Butter oder Margarine in der lauwarmen Milch verrühren, die Hefe darin auflösen, mit Mehl, Zucker, Ei, Safran und Salz zu einem geschmeidigen Teig kneten und auf doppelte Größe gehen lassen. Den Teig in 24 Stücke teilen und daraus lussekatter formen. Auf einem gefetteten Backblech 15 Minuten gehen lassen. Mit gequirltem Eigelb bepinseln und mit Rosinen verzieren. Bei 250° C ca. 15 Minuten backen.

Guten Appetit oder smaklig måltid!

Weitere Informationen zum Lucia-Tag mit zahlreichen Bildern (für Sprachkundige direkt auf Schwedisch – für alle anderen Blog-Leser mit Browser Plugin, zum Beispiel Google Übersetzer für Google Chrome).

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Posting von Anne-Kathrin Schmid, ehemalige RAABE-Mitarbeiterin – Photo credit: © Per Ola Wiberg

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Ingo Becker
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ib@mindrockets.com

Journalist @mindrockets & Blogger des RAABE Lehrer-Blog @RaabeSchule [Google+ Profil]

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