Es fehlt der Kopf des Ganzen… – Schule ohne Schulleitung

Es fehlt der Kopf des Ganzen… – Schule ohne Schulleitung

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Für die meisten ist klar: Zur Schule gehört neben Schülern, Lehrern und pädagogischen Fachkräften die Schulleitung. Die Realität sieht an vielen Schulen in Deutschland anders aus: Viele Schulen stehen ohne Leitung da. Der lang vorhergesagte Generationenwechsel in der Schulleitung ist in vollem Gange. Und diese Situation wird sich in den nächsten Jahren noch verschärfen: Bis 2017 geht jeder zweite Schulleiter in Pension. Alleine in Nordrhein-Westfalen ist zurzeit an jeder achten Schule die Leitungsstelle vakant, davon sind mehr als die Hälfte Grundschulen. Aber nicht nur der Generationenwechsel ist ausschlaggebend für die Probleme: Marianne Demmer, Vize-Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), nennt als Hauptgrund die vergleichsweise schlechte Bezahlung bei hoher Arbeitsbelastung, die für Nachwuchsprobleme sorgt.

Was tun, wenn es an Bewerbern mangelt?

An vielen Schulen im Bundesgebiet ist das die Realität. Gerade an den Grundschulen muss die Schulleitung neben ihren Aufgaben als Lehrkraft mit einer relativ hohen Stundenzahl Verwaltungsaufgaben, Personalfragen, Elterngespräche und Ähnliches in Personalunion erledigen, da auch häufig eine Stellvertretung fehlt.

Müssen jetzt alle ran?

© iStockphoto/DaveBelton

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Fehlt die Schulleitung, müssen die anfallenden Aufgaben natürlich trotzdem erledigt werden. Jetzt geht es darum, dass alle im Kollegium an einem Strang ziehen! Damit nicht auch die Schüler und der Unterricht unter der Vakanz leiden, gilt es, erfinderisch zu sein und die Last auf mehreren Schultern zu verteilen.

Unsere Autoren Sven Jennessen und Nicole Kastirke haben für diesen Fall einen Kurz-Fahrplan für Kollegien zusammengestellt, die die Verantwortung selbst in die Hand nehmen wollen, und geben darin hilfreiche Tipps für die Bewältigung der anstehenden Veränderungen in einem Schulleitungsteam. Zu Beginn eines solchen Prozesses steht immer die Kommunikation: alle Beteiligten müssen sich zusammensetzen, um sich über die Situation auszutauschen. Wenn Sie wissen, ab wann Ihre Schule keine Schulleitung mehr haben wird, sind weitere zu klärende Fragen beispielsweise:

  • Welche Einflussmöglichkeiten hat die Schule auf die Ausschreibung der Stelle?
  • Wie viele freie Schulleitungsposten gibt es in unserer Stadt/Region und in unserer Schulform (Chancen auf Wiederbesetzung)?
  • Soll die Stelle überhaupt neu besetzt werden oder steht uns eventuell eine Zusammenlegung mit einer anderen Schule ins Haus?

Nachdem diese Fragen so weit wie möglich geklärt sind, ist es sinnvoll, gemeinsam zu überlegen, welche Befürchtungen oder auch Hoffnungen mit einem Fehlen der Schulleitung verbunden sind.

Wenn ich an unsere Schule ohne Schulleitung denke, wünsche ich mir …

Um die damit verbundenen Erwartungen zu klären, steht Ihnen hier ein Fragebogen zur Standortbestimmung zur Verfügung. Der Vorteil ist, dass Sie und Ihr Kollegium – statt unter Frustration und einem Gefühl des Ausgeliefert-Seins zu leiden – zu Akteuren und Mitgestaltern des weiteren Prozesses werden können. Nutzen Sie diese Chance!

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Rabea Sellhorst
Rabea Sellhorst
r.sellhorst@raabe.de

betreute im RAABE Fachverlag für die Schule das Werk "Attraktive Grundschule. Jedes Kind fordern und fördern".

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