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Eltern und Schule – Arbeit oder Partnerschaft?

Eltern und Schule – Arbeit oder Partnerschaft?

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Nicht nur zum Schulanfang ist das Thema ein Dauerbrenner: Das Verhältnis von Elternhaus und Schule. Denn wo Schüler sind, sind die Eltern nicht weit – oder eben doch? Immer wieder gerne verwendet wird in Newslettern, Buchbeschreibungen und Presse der Begriff „Elternarbeit“ (ich möchte uns da keineswegs ausschließen). Aber seien wir mal ehrlich: hört sich das nicht schon per se anstrengend und wenig motivierend an? Wenn die Eltern dann auch noch „ins Boot“ geholt werden sollen, habe ich direkt eine große Galeere vor Augen, in der Lehrer und Eltern (immerhin gemeinsam) unter größten Anstrengungen versuchen, in die gleiche Richtung zu rudern.

Erziehungspartnerschaft - gemeinsam ein Ziel erreichen. ©colourbox.com

Erziehungspartnerschaft – gemeinsam ein Ziel erreichen. ©colourbox.com

Positiver ist dann doch der Begriff der „Erziehungspartnerschaft“. Wie in jeder Partnerschaft spielt Freiwilligkeit eine große Rolle, gibt es sicherlich Höhen und Tiefen zu durchleben und auch an ihr muss „gearbeitet“ werden. Kein leichtes Unterfangen bisweilen, aber es lohnt sich. Denn je weniger Grabenkämpfe auszufechten sind, desto gewinnbringender ist die Situation für alle Beteiligten.

Eltern sind so unterschiedlich wie ihre Kinder. Da sind einerseits die hochmotivierten, die sich mit viel Engagement in das Schulleben einbringen, und da sind andererseits die, die Sie und Ihre Kollegen gerade mal bei der Anmeldung ihrer Kinder zu Gesicht bekommen und dann nie mehr wiedersehen. Der Großteil aber liegt irgendwo dazwischen.

Dass es wichtig ist, die Eltern zu gewinnen, ist klar. Immerhin haben sie keinen unwesentlichen Einfluss auf die Lern- und Schulkarriere Ihre Kinder. Gelingen kann Ihnen das, wenn Sie die Eltern von Anfang an mit einbeziehen und Transparenz in alle Richtungen zeigen, d.h. offen über Probleme, aber auch Erfolge sprechen. Hier kann man das Bild der Partnerschaft bemühen: Hand in Hand in eine Richtung gehen, dabei trägt jeder seinen Teil bei, die Gemeinschaft nicht auseinanderbrechen zu lassen, indem er sich einbringt. Grundlegend dafür ist eine positive Basis – Freiwilligkeit und gegenseitiges Verständnis, nur so kann eine Win-win-Situation für alle entstehen. Ein gemeinsames Ziel und Interesse ist in jedem Fall vorhanden: die Zukunft der Schüler zu gestalten.

Wie läuft die Kooperation mit den Eltern an Ihrer Schule? Sie wissen es nicht so ganz genau? Eine kleine Erhebung unter Lehrern und Eltern gibt hier schon Aufschluss und Input für die weitere Entwicklung geben:

  • Was läuft in der Schule aus Sicht der Eltern gut?
  • In welchen Bereichen besteht Verbesserungsbedarf?
  • Welche ganz konkreten Wünsche haben die Eltern an die Schule?

Vielleicht stellt sich heraus, dass ein regelmäßiger Austausch von Eltern und Lehrern gewünscht wird. Schon steht die Frage nach der Umsetzung im Raum. Ich habe in unseren Materialien recherchiert und folgendes Beispiel für Sie gefunden:


Das Eltern-Café

Erziehungsberechtigte bilden für das Eltern-Café in Kooperation mit Lehrkräften eine ständige Arbeitsgruppe mit dem Ziel, in regelmäßigen Abständen Abende anzubieten, an denen man sich über aktuelle, für Eltern interessante Themen austauschen kann. Welche Themen auf Interesse stoßen, lässt sich schnell in Form einer schriftlichen Elternbefragung ermitteln. Zu einer solchen Veranstaltung lädt die Arbeitsgruppe einen Experten ein, der zu dem gewählten Thema einen kurzen, ca. 30minütigen, Input anbieten kann. Als Experte kann selbstverständlich auch eine Lehrkraft auftreten. Im Anschluss erhalten die anwesenden Eltern und Lehrkräfte die Möglichkeit, ihre persönlichen Fragen zu diesem Thema zu stellen und miteinander zu diskutieren.

Als Veranstaltungsort bietet sich ein Raum an, der Gemütlichkeit ausstrahlt, nicht wie bei vielen Elternabenden, karge Klassenzimmeratmosphäre. Gerne nutzt man die Räumlichkeiten des Schülerbistros, wodurch möglicherweise sogar eine Bewirtung am Abend angeboten werden kann. Im Gegensatz zu einem Vortrag im großen Stil baut das Elterncafé nicht auf eine möglichst große Teilnehmerzahl, sondern auf eine gute Gesprächsrunde im übersichtlichen kleineren Kreis.

(Quelle: Hans Kraus: Stark mit einem gemeinsamen Konzept. http://www.schulleitung-online.de/stark-mit-einem-gemeinsamen-konzept/150/26/2480/ )


 

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Britta Minges
b.minges@raabe.de

... ist als Produktmanagerin für alles rund um die Werke "Auf dem Weg zur inklusiven Schule" und "Auf dem Weg zur inklusiven Grundschule", ebenso wie für SCHULLEITUNGONLINE zuständig - und ist Social-Media-Managerin

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