Eine Schriftstellerin, die gern mal aus dem Nähkästchen plaudert – Isabel Allende [UPDATE]

Eine Schriftstellerin, die gern mal aus dem Nähkästchen plaudert – Isabel Allende [UPDATE]

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Isabel Allende – © picture-alliance/dpa

„Dieser gutaussehende Typ mit Cowboyhut ist mein Ehemann […]. Ich musste ihn zwingen, mich zu heiraten, denn eigentlich mag er nur Blondinen.“

Diesen Satz können Isabel-Allende-Fans auf der Webseite der Schriftstellerin nachlesen. Außerdem finden sie dort zahlreiche Fotos aus dem Familienalbum, die die Autorin in gewohnt offenem Ton kommentiert. So schreibt sie etwa über ihren Stiefvater, „Onkel Ramón“, dass der behaupte, der hässlichste Mann Chiles in seiner Generation zu sein, und damit vollkommen recht habe.

Isabel Allende Llona, die am 2. August 70 Jahre alt wird, lässt ihre Leser gern an ihrem Leben teilhaben. Zum Glück, denn das bietet ausreichend Stoff für die insgesamt 19 Romane. Insbesondere in den beiden Autobiografien „Paula“ und „Das Siegel der Tage“ gewährt die Autorin ihren Lesern tiefe Einblicke in ihr bewegtes Leben.

Isabel Allende wird 1942 in der peruanischen Hauptstadt Lima geboren. Ihre Kindheit verbringt die Tochter eines chilenischen Diplomaten in verschiedenen Ländern Lateinamerikas, Europas und der arabischen Welt. Immer wieder kehrt die Familie jedoch zurück in die chilenische Heimat. Dort macht sich Isabel Allende in den 1960er-Jahren einen Namen als engagierte Journalistin und Frauenrechtlerin. Sie moderiert eine Fernsehsendung über eine Anti-Hunger-Kampagne der Vereinten Nationen und gründet 1967 die feministische Zeitschrift „Paula“. Außerdem schreibt sie Artikel für die sozialistische Regierung ihres Onkels Salvador Allende. Nach dem Putsch der Regierung 1973 durch General Augusto Pinochet flieht sie mit ihrer Familie nach Venezuela.

Als 1981 ihr Großvater stirbt, schreibt Isabel Allende ihm einen Brief. Daraus entwickelt sich die Idee für „das Geisterhaus“ – ihrem ersten Roman, der zu einem Welterfolg wird. „La Casa de los espíritus“ ist auch für den Spanischunterricht in der Oberstufe interessant. Ihre Schülerinnen und Schüler tauchen ein in die bewegte Geschichte Chiles zu Zeiten der Militärdiktatur und lernen gleichzeitig den „Magischen Realismus“ kennen. Diese Strömung der lateinamerikanischen Literatur zieht sich durch nahezu alle Allende-Werke. So haben die weiblichen Figuren ihrer Romane oft übersinnliche Fähigkeiten, können hellsehen oder Dinge durch die Kraft der Gedanken bewegen.

Für jüngere Spanischlernende eignen sich vor allem Isabel Allendes Kinder- und Jugendbücher. „La ciudad de las bestias“ beispielsweise erzählt die abenteuerliche Geschichte zweier Jugendlicher, die im brasilianischen Urwald auf einen mysteriösen Indianerstamm stoßen. „El reino de dragón de oro“ setzt die Geschichte fort. Die Protagonisten Alexander und Nadia reisen in den Himalaya und retten dort ein geheimnisvolles Orakel vor Dieben. Die Trilogie endet mit dem Roman „El bosque de los pigmeos“, dessen Geschichte nach Afrika führt, wo die Jugendlichen die versklavten Bewohner eines Urwalddorfes befreien.

Wenn Sie jetzt Lust bekommen haben, Isabel Allende und ihre Heimat Chile in Ihren Unterricht einzubauen, haben wir einen Tipp für Sie: Der Beitrag „Chile – ein Land Südamerikas unter der Lupe“ aus RAAbits Geografie behandelt unter anderem auch die Geschichte des südamerikanischen Staates, seine Bevölkerungsstruktur und die Gegensätze zwischen Arm und Reich. Ein Thema, das übrigens auch der Autorin sehr am Herzen liegt. Mit der Isabel-Allende-Stiftung unterstützt sie bedürftige Frauen und Kinder in ihrer Heimat sowie verschiedene Bildungsprojekte.

Update 03.08.2012

Natürlich haben wir auch einen Beitrag im Fach Spanisch zu Chile: Chile – de la dictadura a la democracia.

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Kathinka Compagnon
Kathinka Compagnon
k.compagnon@raabe.de

…ist Redakteurin im RAABE Fachverlag für die Schule und betreut die Projekte RAAbits Spanisch und RAAbits Realschule Sozialkunde/Politik.

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