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Eine Rendite von 700 %?!

Eine Rendite von 700 %?!

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Wären wir in einem Comic, dann würden sich bei diesen Werten die Augen von Onkel Dagobert wie die Walzen eines einarmigen Banditen drehen und mit einem lauten „PLING“ auf $$$ stehen bleiben. Sind wir aber nicht!

Das Versprechen einer solchen Rendite klingt für meine skeptischen Ohren nach Bauernfängerei. In Zeiten, da die Finanzkrise ganze Staaten in den Abgrund zu reißen droht und es allerorten ums Sparen geht, klingt dieses gewagte Versprechen unvorstellbar. Und doch wurde diese Zahl kürzlich in der Wochenzeitung „DIE ZEIT“ veröffentlicht.

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Allerdings ging es nicht um Rendite bei bekannten Geldanlagen wie Sparbüchern oder Aktiendepots. Es ging auch nicht um neue Finanzprodukte, die sich einfallsreiche Bankmitarbeiter ausgedacht haben. Nein, die Investition, die eine so beeindruckende Rendite in Aussicht stellt, ist eine viel einfachere und grundlegendere: Es ist die Investition in die Zukunft unserer Kinder – genauer, in die Förderung der Allerjüngsten. In Diejenigen, die noch nicht einmal in der Schule sind. Das Zauberwort lautet „frühe Bildung“.

Die Erfolge solcher Investitionen werden in dem Artikel anschaulich dargestellt. Auch andere Autoren haben sich bereits mit dem Thema Frühförderung kritisch auseinandergesetzt.

Einige grundsätzliche Fragen bleiben aber noch offen:

  • Warum  investiert die Politik in diesem Bereich nicht stärker? Sind die profitierenden Kinder als Nicht-Wähler einfach zu uninteressant? Gibt es einfach kein Geld für Kinder?
  • Warum gibt es nicht mehr Initiativen wie diese von der Bertelsmann-Stiftung, die sich um „Wirksame Bildungsinvestitionen“ sorgt?
  • Bestimmen in unserem Land sowieso nur die Eltern gut geförderter Kinder über die Verteilung der Geldmittel?
  • Hat Herr Haspel Recht, wenn er fragt ob Chancengleichheit durch Frühförderung anzustreben sinnvoller sei, als Ergebnisgleichheit durch enormen bürokratischen Aufwand zu erzeugen?
  • Haben die Verantwortlichen einen Horizont, der sich nur auf maximal zwei Wahlperioden beschränkt? Wenn sogar dem Bundesverband der Arbeitgeber die Bedeutung der Frühkindlichen Bildung wichtig ist, wie eine Veröffentlichung von 2006 (Wie, schon vor sechs Jahren?!) beweist.
  • Sind wir Lehrer, Pädagogen und sonstige Bildungsschaffende schlichtweg mit dem status quo zufrieden?
  • Und warum üben die Eltern nicht mehr Druck auf ihre gewählten Vertreter aus?

Ich bin gespannt auf Ihre Antworten und Vorschläge, auf dass wir uns in einigen Jahren wie Onkel Dagobert freuen können!

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Tobias Dietzsch
t.dietzsch@raabe.de

Redakteur bei den RAAbits, betreut Realschule Erdkunde verantwortlich, bei der Entwicklung neuer Produktideen dabei und unterstützt die Redaktion von Berufsschule Englisch und hat als Lehramtsfächer Englisch und Erdkunde studiert.

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