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„Die Kelten kommen!“ – Raufbolde oder Kunsthandwerker?

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Stellen Sie sich vor, Ihre Schüler sollen den ersten Gedanken äußern, der ihnen beim Stichwort „Kelten“ kommt. Würden sie mit „Asterix und Obelix“ antworten? Ändern Sie das! Denn Asterix und Obelix waren zwar Kelten, aber ein echter Kelte sein, bedeutete noch viel mehr als gegen Römer zu kämpfen.

Nutzen Sie das warme Frühlingswetter für einen Schulausflug und entdecken Sie das wahre Leben der Kelten vor Ort – zum Beispiel im Keltenmuseum in Hochdorf/Enz. Zur Vorbereitung oder zum Einstieg ins Thema können Sie sich das kostenlose Arbeitsblatt Spuren eines mächtigen Mannes – das Fürstengrab von Hochdorf aus dem Beitrag für Realschule Geschichte „Zu Tisch bei Vercingetorix – ein Lernbüfett“  herunterladen.

Lernen vor Ort Vorbereitung

Auf dem Arbeitsblatt macht der Kelte Arius neugierig auf das Grab eines mächtigen Fürsten. Er erzählt von dessen großem Grabhügel und den vielen goldenen Gegenständen, die man hineingelegt hat. Ihre Schüler zeichnen anschließend ein Bild wie sie sich das Grab vorstellen. Doch warum hat man all die wertvollen Dinge einem Toten beigegeben? Was sagen uns die Sachen über das Leben der Kelten? Und was sollte der Fürst im Jenseits damit anfangen?

Fragen über Fragen,  auf die die Schüler in Hochdorf Antworten finden können. Anhand von rekonstruierten Originalbauten erfahren sie mehr über das Leben der Menschen in der Bronze- und Eisenzeit und verstehen die Bedeutung der Archäologie.

Denn: Die Kelten haben nie eine Zeile zu Papier gebracht. Nur mithilfe von Ausgrabungen wissen wir heute, dass sie kein Volk von ausschließlich Streithähnen waren als was die Römer sie sahen. Sie waren auch begabte Kunsthandwerker,  Architekten und Händler.

Das Keltenmuseum

Das Keltenmuseum in Hochdorf/Enz bietet interessante Führungen für Schulklassen. Sie können sich über die frühkeltische Kultur im Südwesten Deutschlands informierten und ein originalgetreues keltisches Gehöft besuchen. Natürlich gehört die eigenhändige Herstellung keltischer Werkstücke zum Programm.

Das Highlight – die Grabkammer

Das Highlight des Museums ist die nachgebildete Grabkammer des Grabhügels von Hochdorf. Der Grabhügel ist der am besten erforschte der Keltenzeit. Mehrere Jahre hat die Rekonstruktion der Grabbeigaben gedauert.

(von jnn95, CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons)

Zu bestaunen gibt es einen vierrädrigen Wagen, mit dem der Keltenfürst zu seinem Grab gefahren wurde. Auf dem Wagen befindet sich Bronzegeschirr für neun Personen, der sogenannten „Hochdorfer Tafelrunde“. Der ca. 40-jährige Fürst selbst liegt auf einem Sofa aus Bronzeblech. Zu seinen Füßen steht ein großer Bronzekessel, in dem sich ursprünglich Honigwein befand. Für die feuchtfröhlichen Feste keltischer Adliger waren wahrscheinlich die neun riesigen Trinkhörner vorgesehen.

Der Grabhügel

Im Anschluss an eine erlebnisreiche Tour durch das Museum und das Gehöft, erreichen Sie nach einem 10minütigen Fußweg den wieder an originaler Stelle aufgeschütteten Grabhügel. Er hat einen Durchmesser von 60 Metern und ist 6 Meter hoch. Für seine Errichtung brauchte man 280 Tonnen Stein.

(von Aerial video capture, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Haben Sie eine sportliche Klasse? Dann begeben Sie sich doch auf den rund 30 Kilometer langen Keltenweg. Er führt über Asperg, Möglingen, Schwieberdingen, Markgröningen, Hochdorf, Hemmingen, Schöckingen und Hirschlanden nach Ditzingen.

Noch mehr Kelten:

Noch mehr Kelten in Baden-Württemberg finden Sie auf der Heuneburg bei Herbertingen-Hundersingen und im „Heidengraben“ auf der Schwäbischen Alb bei Grabenstetten. In Hessen wartet Der Fürst vom Glauberg auf einen Besuch und in Bayern Das Oppidum von Manching. Es gibt viel zu erleben!

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Susan Schuchert
Susan Schuchert
s.schuchert@raabe.de

... ist Redakteurin im Bereich Gesellschaftswissenschaften.

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