Schule – Ort der Demokratie

Schule – Ort der Demokratie

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Die Vorbereitungen münden am Sonntag im Großereignis – es ist  Bundestagswahl. Mehr als 30 Parteien stellen sich nach teils langen und intensiven Debatten und Wahlkämpfen der Wahl der Bürger. In der heißen Phase des Wahlkampfes wollen sie ihre Programme und Vorstellungen noch gleichberechtigt an die Frau und an den Mann bringen, über Diskussionen, Rededuelle oder Plakate. Doch meist sind die großen, etablierten Parteien dabei im Vorteil.

Nachdenken über Demokratie

Solch eine Wahl sollte für Wähler wie für Nichtwähler Anlass sein, über Demokratie nachzudenken, zu überlegen, auf welche Weise man als Einzelner Einfluss auf Entscheidungen nehmen kann. Bei einer Wahl, wie der des Bundestages oder bei Landtagswahlen, ist nach dem Einwerfen der Wahlzettel alles vorbei. Aber im Kleinen – in der Region und vor allem in der Schule gibt es viele Möglichkeiten, demokratisch Entscheidungen vorzubereiten und sie auch zu treffen. Als Lehrer weiß man, dass Demokratie Mühe bereitet und Zeit beansprucht. Sie kann auch Ergebnisse mit sich bringen, mit denen man selbst und Minderheiten dann unzufrieden sind. Dennoch: Die Demokratie ist das höchste Gut unserer Gesellschaft. Und deshalb ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler schon von klein auf in den Schulen erfahren und lernen, was es mit der Demokratie auf sich hat, wie man Diskussionen ohne Diskriminierung anderer führt, wie man seine eigene Meinung gegenüber anderen vertritt oder wie man sich in der Schule und in seinem engeren Umfeld in der Gemeinde engagiert.

Demokratie in der Schule beginnt im Klassenzimmer

Die Möglichkeiten, in der Schule Demokratie zu erlernen und zu erleben, sind vielfältig: Es beginnt im Klassenzimmer. Lehrkräfte führen die Mädchen und Jungen an die Praxis demokratischer Teilhabe heran und übertragen den Lernenden schrittweise mehr Verantwortung. Sie üben und vermitteln somit Erfahrungen, wie man anderen seine Meinung vorstellt oder auch mal seine Interessen zugunsten übergeordneter zurückzustellt. Viele Schulen haben deshalb ein Curriculum entwickelt, das Kompetenzen der Wahrnehmung demokratischer Rechte und demokratische Haltungen enthält. Die Schüler sollen demokratische Grundsätze erlernen wie die folgenden (vgl. Lanig: Demokratie im Klassenzimmer. In: Starke Lehrer – Starke Schule):

  • Mehrheitsentscheidungen müssen jeweils akzeptiert werden.
  • Sachzwänge sind angemessen zu würdigen.
  • Kompromisse gehören genauso zur Demokratie wie der Streit.
  • Konflikte müssen ohne Gewinner und Verlierer gelöst werden.
  • Demokratie funktioniert nicht ohne feste Regeln.

In höheren Klassenstufen können Rollenspiele durchgeführt werden, die z. B. ein Projekt bzw. Vorhaben der Gemeinde oder Stadt zum Thema haben, auch Podiumsdiskussionen sind denkbar.

Die Schulleitung lebt Demokratie vor

Schulleiterinnen und Schulleiter haben eine große Verantwortung, die an der Schule vorhandenen demokratischen Strukturen und Verfahren für Schul- und Unterrichtsentwicklung zu nutzen. Schulleitungen sind gut beraten, die Kollegien, die Schülerinnen und Schüler sowie die Eltern in Entwicklungsprozesse der Schule frühzeitig mit einzubeziehen. So können durch Befragungen die Interessen und Bedürfnisse eingeholt und Entscheidungen gemeinsam vorbereitet werden. Eltern- und Schülervertreter werden nach ihrer Meinung gefragt. Am Schluss wird dann je nach Rechtslage in den entsprechenden Gremien demokratisch entschieden. Auf je breiterer Basis zustande gekommene Beschlüsse, Vereinbarungen oder Verabredungen, desto höher die Gewähr ihrer Umsetzung. Das gilt für die Klasse wie für die ganze Schule.

Ausdruck der Demokratie an der Schule ist im Übrigen auch jegliche Umsetzung gesetzlicher Vorschriften, die Rechte von Mitbestimmung, Mitbeteiligung oder Mitwirkung betreffen. Kinder stehen unter besonderem rechtlichen Schutz und besitzen auch Rechte, wie sie im Übereinkommen der Rechte der Kinder der Vereinten Nationen stehen, das für die Bundesrepublik mit Wirkung vom 2. April 1992 in Kraft getreten ist. Ein Blick in dieses Dokument lohnt sich, denn auch auf Bildung, Schule oder freie Meinungsäußerung wird darin eingegangen.

Schulleitung, Lehrkräfte, Eltern … als Vorbilder

Alle Anstrengung lohnt sich und jedes Vorleben demokratischen Verhaltens durch die Schulleitung, die Lehrinnen und Lehrer sowie die Eltern und Großeltern wir den von den Kindern und Jugendlichen wahrgenommen. Die Erwachsenen sind Vorbilder und sichern so die Zukunft der Demokratie in unserem Land.

>> Ihre Gratis-Materialien: Demokratische Rituale im Klassenzimmer

 

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Gerd Birkigt
Gerd Birkigt
g.birkigt@raabe.de

... ist Redaktuer im Bereich Bildungsmanagement.

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