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Advent – eine chemische Betrachtung

Advent – eine chemische Betrachtung

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Die Zeit vor Weihnachten spricht jedes Jahr wieder alle unsere Sinne an. Überall erklingen die klassischen Weihnachtslieder – oder die uns allen manchmal zu gut bekannten weihnachtlichen Popsongs. Dabei ziehen wir uns gerne mit einem leckeren Glühwein oder Tee bei Kerzenschein auf das kuschelig warme Sofa vor dem Kamin zurück oder schlendern mit Bekannten über den festlich beleuchteten Weihnachtsmarkt. Doch wie sieht es eigentlich in unseren weihnachtlichen Getränken von chemischer Seite betrachtet aus?

Der Glühwein – das fruchtige Kultgetränk

Glühwein ist ein Gemisch aus einer Vielzahl an organischen Verbindungen. Es gibt ihn sowohl in roter als auch in weißer Form. Hierfür stellt der farblich passende Wein die Grundlage mit einem Mindestalkoholgehalt von 7 % vol dar. Betrachten wir alleine die enthaltenen Aromen: Zimt enthält Zimtaldehyd, welcher eine gelbliche und nach Zimt riechende Flüssigkeit darstellt und leider auch als Allergen deklariert wird. Den typischen Duft von Sternanis verursacht das trans-Anethol, ein schwach antibakterieller, nach Anis riechender Feststoff.

Die Orangenschale im Glühwein enthält zu geringen Anteilen den Aromastoff Nerylacetat, der der Orange unter anderem ihren typischen süßen und blumigen Geruch verleiht. Als letzte Zutat gibt die aromatische Verbindung dem Glühwein einen charakteristischen Geruch nach Gewürznelken. Das Eugenol kommt auch als Schmerzstiller und Entzündungshemmer bei Zahnproblemen zum Einsatz. Um die Aromastoffe nicht zu zerstören und den Alkohol nicht zu verdampfen sollte der Glühwein schonend auf die gewünschte Trinktemperatur gebracht werden. Dabei sollte er 78 °C jedoch nicht überschreiten.

Tee – das beliebte Getränk aus Fernost

Tee

© Thinkstock/iStock

Tee stellt nicht nur ein Genussmittel dar, sondern ist auch ein gesundes Getränk, welches uns insbesondere durch die kalte Jahreszeit begleitet. Ob Grüner oder Schwarzer Tee, die traditionellen Teesorten unterscheiden sich aufgrund ihres Oxidationsgrades. Auch für Tees, insbesondere Schwarz- und Grüntees, werden natürliche Aromastoffe verwendet. Die Ziehdauer des Tees ist jeweils von der Sorte abhängig. So löst sich das Alkaloid Koffein direkt nach dem Aufgießen des Tees. Je länger der Tee zieht desto mehr Koffein wird von Polyphenolen in die wasserunlösliche Form umgewandelt, sodass der Tee an aufputschender Wirkung verliert. Außerdem geht auch die Aminosäure Theanin nach längerer Ziehzeit in Lösung. Diese Verbindung zeigt eine beruhigende und gesundheitsfördernde Wirkung.

Aromastoffe im Unterricht – Ihr Gratis-Material

Entdecken Sie die Welt der Aromastoffe mit ihren Schülern. Nutzen Sie hierfür das Gratismaterial über die Herstellung von Spearmint- und Pfefferminzaroma (aus dem Beitrag Aromastoffe im Früchtetee – eine Anwendung des chemischen Gleichgewichts):

Herstellung_Spearmint-Aroma

Herstellung_Pfefferminz-Aroma

Weitere Anregungen für Ihren vorweihnachtlichen Chemieunterricht:

Ein Bummel über den Weihnachtsmarkt – organische Chemie an Stationen

Kerzenexperimente im Chemieanfangsunterricht – eine Möglichkeit für ein „Kindergarten meets chemistry?“Angebot

Ist Tee gleich Tee? – Unterscheidung von Tee und Aufgussgetränken mit Schülerexperimenten

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Marit Gudenschwager
m.gudenschwager@raabe.de
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