„Kunst = Natur – x“

„Kunst = Natur – x“

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 150 Jahre Arno Holz

 

Arno Holz war in allen Gattungen zuhause und liebte vor allem das literarische Experiment. Bis heute bekannt ist sein avantgardistisches Lyrik-Projekt, die Dichtung „Phantasus“. Holz arbeitete 25 Jahre daran; insgesamt erschienen 1345 Seiten Verse, allesamt in der charak-teristischen Mittelachsen-Konstruktion, die sein „Markenzeichen“ wurde. Das Bild zeigt den Schriftsteller an seinem Schreibtisch um 1910. Foto: © akg-images, Berlin.

Arno Holz war in allen Gattungen zuhause und liebte vor allem das literarische Experiment. Bis heute bekannt ist sein avantgardistisches Lyrik-Projekt, die Dichtung „Phantasus“. Holz arbeitete 25 Jahre daran; insgesamt erschienen 1345 Seiten Verse, allesamt in der charak-teristischen Mittelachsen-Konstruktion, die sein „Markenzeichen“ wurde. Das Bild zeigt den Schriftsteller an seinem Schreibtisch um 1910. Foto: © akg-images, Berlin.

„Es ist ein Gesetz, dass jedes Ding ein Gesetz hat!“ Davon war Arno Holz überzeugt. In seiner Schrift „Die Kunst. Ihr Wesen und ihre Gesetze“ versuchte er daher 1891, auch die Dichtkunst auf eine mathematische Formel zu bringen: „Kunst = Natur – x“ lautete das Ergebnis. Die Unbekannte „x“ tendiere dabei gegen null, so fasste er den Trend zusammen: „Die Kunst hat die Tendenz, wieder die Natur zu sein.“ Arno Holz ging davon aus, dass die Literatur in ihrer Entwicklung immer mehr zur „Natur“ zurückkehre und bemüht sei, ein möglichst genaues Abbild der Realität zu schaffen, der inneren wie der äußeren. In seinem literarischen Werk versuchte er daher, nicht nur die äußeren Umstände eines Geschehens, sondern auch Wahrnehmungen und Empfindungen vollständig und umfassend abzubilden.

Dementsprechend gilt Arno Holz heute als einer der führenden Köpfe des Naturalismus der 1880er-Jahre. Seine Bedeutung reicht jedoch weit darüber hinaus: Holz war einer der ersten deutschen Schriftsteller, die sich bis in die 1920er-Jahre mit ehrgeizigen Konzeptionen am Projekt der „frühen Moderne“ beteiligten. Zeitlebens verstand er seine Arbeit als Beitrag zur dynamischen Modernisierung der Literatur und er liebte es, mit neuen Schreibweisen – etwa mit mittig gesetzter, reimloser Lyrik oder mit dem sogenannten „Sekundenstil“ – zu experimentieren. Gleichwohl ist der Schriftsteller Arno Holz heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Im schulischen Lektürekanon nimmt er allenfalls eine Randposition ein.

 

Arno Holz’ wohl bekanntestes Stück war auch ein Schreibexperiment: Das soziale Drama „Die Familie Selicke“ entstand – von Zeitgenossen misstrauisch beäugt – im Team, gemeinsam mit Johannes Schlaf. Selbstbewusst und ironisch karikierten die beiden befreundeten Dichter ihre Zusammenarbeit mit Zeichnungen und Versen im Stile Wilhelm Buschs. (Aus: „Der geschundne Pegasus“, 1892. Zeichnung: Johannes Schlaf; Text: Arno Holz.)

Arno Holz’ wohl bekanntestes Stück war auch ein Schreibexperiment: Das soziale Drama „Die Familie Selicke“ entstand – von Zeitgenossen misstrauisch beäugt – im Team, gemeinsam mit Johannes Schlaf. Selbstbewusst und ironisch karikierten die beiden befreundeten Dichter ihre Zusammenarbeit mit Zeichnungen und Versen im Stile Wilhelm Buschs. (Aus: „Der geschundne Pegasus“, 1892. Zeichnung: Johannes Schlaf; Text: Arno Holz.)

Sein runder Geburtstag in diesem Jahr – am 26. April wäre er 150 Jahre alt geworden – kann jedoch Anlass sein, den Dichter wieder ins Zentrum des Interesses zu rücken. Die Unterrichtsreihe, die zu diesem Jubiläum erscheint, ermöglicht Ihren Schülerinnen und Schülern, einen umtriebigen Autor kennenzulernen, seinen literarischen Theorien auf den Grund zu gehen und ihm bei seinen künstlerischen Experimenten über die Schulter zu schauen. Entdecken Sie gemeinsam mit ihrem Oberstufenkurs einen der vielseitigsten Autoren der Moderne! Passendes Material finden Sie in der Reihe aus  „RAAbits Deutsch Oberstufe„:

„Ein Avantgardist der ersten Stunde – der Schriftsteller Arno Holz. Unterrichtsideen zum 150. Geburtstag“!

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Gerrit Leerhoff
g.leerhoff@raabe.de

Redakteur im RAABE Fachverlag für die Schule

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