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Anne Frank und ihr Tagebuch [UPDATE]

Anne Frank und ihr Tagebuch [UPDATE]

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Anne Frank am Schreibtisch © ddp images

Anne Frank am Schreibtisch © ddp images

Anregungen für den Unterricht

Anne Frank ist das wohl bekannteste Opfer der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik. Im Frühjahr 1945, wenige Wochen vor der Befreiung des Lagers, starb das jüdische Mädchen im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Typhus. Anne Frank wurde nur 15 Jahre alt. Morgen, am 12. Juni 2014, hätte sie ihren 85. Geburtstag gefeiert.

Berühmt wurde Anne Frank durch ihr Tagebuch, das sie von 1942 bis 1944 im Amsterdamer Versteck schrieb. Nach dem Krieg ließ ihr Vater, der als einziger der Familie den Krieg und den Holocaust überlebt hatte, ihre Aufzeichnungen veröffentlichen: Unter dem Titel „Het Achterhuis“ („Das Hinterhaus“) wurde der Text 1947 publiziert, 1950 erschien er in deutscher Übersetzung und wurde in über 60 weitere Sprachen übersetzt.

Als Dokument der Zeitgeschichte und als Werk einer begabten jungen Schriftstellerin hat Anne Franks „Tagebuch“ Millionen Menschen bewegt. Gerade vielen jungen Lesern bietet der Text einen ersten Zugang zur Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus. In der Schule ist das „Tagebuch“ daher als Lektüre beliebt.

Interessant kann es sein, auch die Editions- und Wirkungsgeschichte in den Unterricht einzubeziehen: Anne Frank hat noch im Frühjahr 1944, kurz vor ihrer Verhaftung, selbst begonnen, ihr Tagebuch für eine Veröffentlichung zu überarbeiten. Für die Druckfassung hat ihr Vater den Text dann neu zusammengestellt, gekürzt und geglättet. Bei der deutschen Ausgabe nahm zudem die Übersetzerin Veränderungen vor. Zuletzt tauchten Ende der 1990er-Jahre bis dahin unbekannte Manuskriptseiten auf.

Heute ist diese Textgeschichte bekannt. Und auch der weltweite Erfolg von Anne Franks Geschichte – als Buch, als Film und als Bühnenstück – ist gut dokumentiert. Ihr „Tagebuch“ ermöglicht auf diese Weise nicht nur eine literarische Annäherung an das Thema Judenverfolgung im Nationalsozialismus. Die Rezeptionsgeschichte kann zugleich aufschlussreiche Einblicke in die Erinnerungs- und Gedenkkultur eröffnen: Sie zeigt, wie eine individuelle Leidensgeschichte im Zuge der „Vergangenheitsbewältigung“ umfassende symbolische Bedeutung gewann und zeitbedingt immer wieder neu gedeutet wurde.

Wenn Sie den aktuellen Anlass aufgreifen und Anne Franks „Tagebuch“ im Unterricht zum Thema machen möchten, finden Sie im Internet zahlreiche Anregungen. Ein paar Hinweise haben wir hier für Sie zusammengestellt:

  • http://www.annefrank.org – Auf den Seiten des Anne Frank Hauses in Amsterdam erhalten Schülerinnen und Schüler grundlegende Informationen über Anne Frank und ihr Tagebuch. Der Internetauftritt des Museums bietet unter anderem ein 3D-Video mit einem virtuellen Rundgang durch das Versteck im Hinterhaus der Prinsengracht 263 in Amsterdam.
  • [UPDATE 07.05.2015] Anlässlich des 85. Geburtstages erinnerten das Anne Frank Zentrum in Berlin, die Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main und die Gedenkstätte Bergen-Belsen gemeinsam an Anne Frank. Auf der eigens eingerichteten Internetseite fanden sich Ankündigungen aktueller Veranstaltungen, Projekte, Aktionen und Wettbewerbe.
    – Die Seite ist inzwischen nicht mehr online. Jedoch finden Sie auf den Webseiten der einzelnen Einrichtungen entsprechende Informationen und Angebote.
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Gerrit Leerhoff
g.leerhoff@raabe.de

Redakteur im RAABE Fachverlag für die Schule

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