Alles Familie – oder was?

Alles Familie – oder was?

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Zwischen dem Mutter- am 13. und dem Vatertag am 17. Mai liegt noch ein weiteres Ereignis, das ganz im Zeichen der Familie steht: der Internationale Tag der Familie am 15.Mai.

Doch was heißt das eigentlich – Familie? Ganz einfach, sagen Sie? Überlegen Sie sich doch einmal kurz, wer für Sie zu Ihrer Familie gehört: Eltern, Geschwister, Oma, Opa … und vielleicht doch auch die enge Freundin, die man schon seit vielen Jahren kennt? Oder ist die beste Freundin Ihrer Oma nicht auch irgendwie eine Oma für Sie? Was macht also Familie aus?

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Familie ist dynamisch. Sicher haben Sie in Ihren Klassen viele Kinder, die in einer Eineltern-, einer Stief- oder Patchworkfamilie aufwachsen. DIE eine Familie gibt es also nicht (mehr). Nicht nur Blutsverwandtschaft zählt, sondern auch (und wenn nicht noch mehr) der emotionale Zusammenhalt. Die Hauptaufgabe der Familie besteht darin, ein Kind auf das Leben in der Gesellschaft vorzubereiten – die Spielregeln kennenzulernen. So gesehen ist die Familie (in welcher Zusammensetzung auch immer) ein Lernraum.

Ich könnte jetzt noch absatzweise schreiben, was Familie ausmacht, wie sie sich verändert hat und welche Rolle Familie in der Gesellschaft spielt. Das würde hier jetzt aber zu weit führen. Ich will Ihnen nur einen kleinen Denkanstoß geben:
Fragen Sie doch einmal Ihre Schüler, was sie unter dem Begriff Familie verstehen. Und welche Aufgaben die Familie eigentlich erfüllen soll. Das wird für einigen Diskussionsstoff sorgen, denn bestimmt haben Sie eine andere Vorstellung als Ihre Schülerinnen und Schüler und diese untereinander. Familie ist individuell und immer anders – zum Beispiel so: „Als mein Vater meine Mutter geheiratet hat, hatte er schon zwei Kinder, Dirk und Elke, meine größeren Geschwister also, […] Jetzt wohnt mein Vater bei Sina. Mit Dirk und Elke. Und mit Fieke und Gijs, Sinas Kindern. Zusammen haben sie Hilletje, die ist jetzt dreieinhalb. Hilletje ist also meine Halbschwester, aber Fieke und Gijs sind nicht meine Halbgeschwister. Die sind ja von Sina und einem anderen Mann. Klar, oder? Dirk und Elke natürlich schon, aber die hatte ich ja schon.“ (G. Kuijer: Wir alle für immer zusammen. Hamburg: Oetinger 2001. S. 21)

P.S.: Falls Sie noch Anregungen für Ihre Familienstunde brauchen, hier gibt es noch mehr – unter anderem für Religion, Englisch, Sozialkunde.

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Britta Minges
b.minges@raabe.de

... ist als Produktmanagerin für alles rund um die Werke "Auf dem Weg zur inklusiven Schule" und "Auf dem Weg zur inklusiven Grundschule", ebenso wie für SCHULLEITUNGONLINE zuständig - und ist Social-Media-Managerin

3 Comments
  • Marcel Meder
    Marcel Meder
    Posted at 10:28h, 14 Mai

    Böse Zungen behaupten ja, beim „Vatertag“ handle es sich ursprünglich um „Himmelfahrt“, also einen christlichen Feiertag, an dem die „Himmelfahrt“ Christi gefeiert wird 🙂

  • Tobias Dietzsch
    Posted at 10:52h, 16 Mai

    hey, könnte man da nicht einen Feiertag einsparen? Familientag = Vatertag + Muttertag.

  • on Genen, Genervtsein und Glück – zum Tag der Familie
    Posted at 11:39h, 18 Juli

    […] und gebrüllt. Und wenn dann noch die Mutter entnervt dazwischenfährt, frage ich mich: Ist Familie zu haben, tatsächlich ein so großes […]

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