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9/11 – was bleibt?

9/11 – was bleibt?

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Gedanken zum 11. September 2001

13 Jahre ist es jetzt her und noch immer werde ich gefragt, wo ich am 11. September 2001 war. Wie viele andere Menschen auch, erinnere ich mich noch ganz genau an diesen Tag. Ich war 18 Jahre alt. Meine damalige Lieblingssendung, eine Vorabendsendung in der ARD, fiel an diesem Tag aus und ich habe mich zunächst sehr darüber geärgert. Als ich begriffen hatte, was an diesem Tag passiert ist, war ich beschämt über meine erste Reaktion und einfach nur noch schockiert von den Bildern und Berichterstattungen.

11. September 2001, Terror, Terroranschläge, World Trade Center

Ein Bild, das sich in das kulturelle Gedächtnis eingebrannt hat. © picture alliance/AP Photo

„Peter Klöppel moderiert jetzt schon sechs Stunden!“ Inzwischen hatte sich meine gesamte Familie vor dem Fernseher versammelt und nahm am unfassbaren Geschehen in New York teil.

Die ganze Welt zu schockieren und Macht zu kommunizieren – das ist den Terroristen gelungen. Aber wie geht die Welt damit um?

Ich habe jedenfalls damals sehr viel Vertrauen verloren. Vertrauen in ein friedvolles Miteinander – verbunden mit einem Gefühl der Ohnmacht.

Terror dient immer als Druckmittel und soll vor allem Unsicherheit und Schrecken verbreiten. Terrorismus ist keine militärische Strategie, sondern primär eine Kommunikationsstrategie. Wenn ein einzelner Tag so eine Macht hat, will man ihn verstehen. Ich habe ihn bis heute nicht verstanden.

Was übrig bleibt ist, neben Fassungslosigkeit und Verunsicherung bei einem Teil der westlichen Gesellschaft leider noch immer ein großes Misstrauen gegenüber Menschen mit islamischer Religionszugehörigkeit.

„Irgendwann wird es wieder cool sein, ein Moslem zu sein!“ In dieser Aussage einer meiner ehemaligen Schüler schwingt so viel Verletztheit mit. Verletztheit darüber, per Herkunft oder Religion einer Sphäre zugeordnet zu sein: Als Muslime haben manche Jugendliche nichts anderes erlebt, als dass sie außerhalb ihres Heimatlandes als personifizierte Gefahr gelten. Wie fühlt es sich an, derartig stigmatisiert zu sein? Ich kann es nur ahnen.

Wenn auch Sie mit Ihren Schülern über Terror und Toleranz ins Gespräch kommen möchten, unterstützen wir Sie mit folgenden Materialien (falls nicht anders vermerkt als PDF-Download):

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Stefanie Marlit Kindl
Stefanie Marlit Kindl
s.kindl@raabe.de

...betreut bei RAABE das Werk "Einfach künstlerisch - Kunst und Werken fachfremd unterrichten".

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