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29. November – „Kauf–nichts–Tag“

29. November – „Kauf–nichts–Tag“

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Globalisierungsgegner wie etwa Attac fordern auch in Deutschland dazu auf, am letzten Samstag im November nichts zu kaufen und kein Geld auszugeben. Um diesen „Kauf-nichts-Tag“ zu verstehen, hilft ein Blick in die USA.

Das amerikanische Erntedankfest Thanksgiving fällt immer auf den vierten Donnerstag im November. Der nächste Tag ist ein Freitag, für viele ein arbeitsfreier Brückentag, und das Wochenende gehört dann traditionell der Familie.

Das klingt alles ganz harmlos und friedlich. Aber dieser Brückentag trägt in den USA den finsteren Beinamen „Black Friday“. Das hat zwar nichts mit dem Börsenkrach, aber trotzdem mit Geld zu tun. Mit richtig viel Geld.

Kaufen „bis der Arzt kommt“…

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Gut für Sparschweine: Der Kauf-Nichts-Tag. © Thinkstock

Viele oder eigentlich alle Amerikaner nutzen nämlich diesen Freitag um einkaufen zu gehen – Weihnachtsgeschenke, Schnäppchenjagd, wie es gerade kommt. Die Geschäfte wissen das und öffnen teilweise, wenn man Wikipedia glauben darf, schon um fünf Uhr morgens. „Einkaufen“ ist da ein zu schwacher Begriff. Besser wäre vielleicht, das Ganze als eine Art Fieber zu bezeichnen, ein kollektives Power-Shopping, das die Einkaufsmeilen schwarz vor Menschen und die Hände der Einzelhändler schwarz vom Geldzählen färbt und das begleitet wird von den stillen Stoßgebeten der örtlichen Polizei, es möge bitte, bitte, an diesem Tag nichts passieren in dieser wildgewordenen Menschenmasse. Ein richtiger schwarzer Freitag eben, für alle Beteiligten.

… oder ganz bewusst nichts kaufen?

Kritik an diesem kollektiven Kaufrausch gibt es seit 1992. Damals erklärte die kanadische Werbeagentur Adbusters Media Foundation den Black Friday zum „Buy Nothing Day“ an dem die Regel gilt: Nichts kaufen, kein Geld ausgeben, und stattdessen kritisch über das eigene Konsumverhalten nachdenken. In Deutschland fällt der Kauf-nichts-Tag auf den letzten Samstag im November – wegen der Zeitverschiebung. Ganz Strenge kaufen an diesem Tag übrigens nicht nur nichts, sondern setzen sich zum Ziel, 24 Stunden lang überhaupt kein Geld auszugeben.

Unterrichtsmaterialien zum Thema

Wenn Sie Ihren Schülerinnen und Schülern von diesem Tag erzählen, dann werden sie Ihnen sicherlich die Frage stellen, ob eine Verweigerung für 24 Stunden überhaupt etwas bewirken kann. Interessiert das den riesigen Weltmarkt überhaupt? Wie funktioniert denn dieser Markt eigentlich? Eine gute Grundlage für wirtschaftspolitische Diskussionen bietet Ihnen der folgende Beitrag:

 

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Ingo Becker
Ingo Becker
ib@mindrockets.com

Journalist @mindrockets & Blogger des RAABE Lehrer-Blog @RaabeSchule [Google+ Profil]

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