„Wenn es euch gefallen hat, so applaudiert!“ – Zum 2000. Todestag von Kaiser Augustus

„Wenn es euch gefallen hat, so applaudiert!“ – Zum 2000. Todestag von Kaiser Augustus

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Machtsymbol: Augustus-Statue von Primaporta © Thinkstock/Hemera

Machtsymbol: Augustus-Statue von Primaporta
© Thinkstock/Hemera

„Wenn euch nun das Ganze gefallen hat, so applaudiert und entlasst uns alle mit Dank nach Hause.“

Diese Formel wurde häufig am Ende von antiken Komödien gesprochen. Und laut Sueton, einem römischen Biografen, soll sich Roms erster Kaiser mit eben dieser Formel von seinen Freunden verabschiedet haben. Ob er die Komödie des Lebens gut gemeistert hätte, fragte er sie.

Was würden wir darauf antworten? Schauen wir uns seine Leistungen doch einmal genauer an …

Augustus: Friedensstifter oder Kriegstreiber?

Wenn man etwas zu Augustus liest, fallen einerseits Begriffe wie „Kriegstreiber“, „kalter Machtmensch“ und „abschreckendes Beispiel“. Andererseits wird er als „Friedensstifter“, „großer Versöhner“ und „glänzendes Vorbild“ betitelt. Obwohl Augustus zahlreiche Expansionskriege führte – er hat dem Römischen Reich so große Territorien wie kein republikanischer Feldherr und kein Kaiser erkämpft –, wurde seine Regierungszeit nach seinem Tod „pax Augusta“, der augusteische Friede, genannt.

Wie passt das zusammen? Stellen wir uns die Situation wie folgt vor: Die Zeit zwischen 133 und 30 v. Chr. ist die Epoche der Römischen Bürgerkriege. Machtkämpfe und Aufstände erschüttern das Land. Dann erscheint Augustus auf der Bildfläche: Der im Jahr 63 v. Chr. geborene Gaius Octavius, später vom Senat mit dem Ehrentitel Augustus („der Erhabene“) ausgezeichnet, beendet ein ganzes Jahrhundert andauernder Kriege.

Anders als Caesar gelingt es Augustus, eine neue und dauerhafte Staatsform aufzubauen: Im Prinzipat bleiben die alten republikanischen Institutionen und Ämter bestehen, aber de facto hat Augustus als „Princeps“ alle entscheidenden Gewalten inne. Es handelte sich also um eine verschleierte Monarchie: der Beginn der römischen Kaiserzeit.

Rom blüht auf

Dieser Verlust an politischer Freiheit war den Römern jener Zeit durchaus bewusst. Sie akzeptierten ihn dennoch, denn nach den Wirren der Bürgerkriege blühten Wirtschaft, Kunst und Kultur auf. Das „saeculum Augustum“ war für Rom, Italien und viele Provinzen eine Zeit von Frieden, Stabilität und Wohlstand. Augustus selbst meinte, Rom wandle sich von einer Stadt aus Ziegeln zu einer Stadt aus Marmor. Und in der Tat sind beeindruckende Bauten aus dieser Ära bis heute erhalten, wie z.B. das Marcellus-Theater, das Mausoleum des Augustus und die Ara Pacis, der Friedensaltar.

Im Sommer des Jahres 14 n. Chr. war Augustus auf Reisen. Auf Capri erkrankte er an Diarrhoe und ließ sich nach Nola, in die Nähe von Neapel zu seiner Frau Livia bringen. Heute vor 2000 Jahren, am 19. August 14 n. Chr., verstarb Augustus in ihrem Beisein angeblich in genau dem Raum, in dem auch sein Vater 71 Jahre zuvor verstorben war.

Möchten auch Sie Augustus in Ihre Klassenzimmer bringen?

Ob Sie Augustus zum 2000. Todestag mit Ihren Schülern applaudieren oder aber sein Werk kritisch hinterfragen wollen, werfen Sie doch einen Blick auf unsere kostenlosen Probeseiten:

Hier finden Sie Materialien zu Augustus aus RAAbits Geschichte und RAAbits Latein!

 

– Ein Blogbeitrag von Céline Happold und Ina Koslowski

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Ina Koslowski
Ina Koslowski
i.koslowski@raabe.de

… betreut im RAABE Fachverlag für die Schule die Projekte RAAbits Latein und RAAbits Realschule Religion.

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