Connecting people(s) – 150 Jahre Transatlantisches Unterseekabel

Von der Leichtigkeit, ein Telefonat über den großen Teich hinweg zu führen

Wenn man heutzutage zum Telefon oder Smartphone greift, um beispielsweise einen Freund in den USA anzurufen, denkt man sich nicht allzu viel dabei: man wählt die Nummer, wartet ein Weilchen, während es läutet, und wenn dann am anderen Ende abgenommen wird und die Beschimpfungen abgeklungen sind, weil man wieder einmal den Zeitunterschied vergessen hat, unterhält man sich ganz normal und tauscht die neuesten Entwicklungen in Beruf und Privatleben aus, um etwa einen Monat später einen mittleren Herzinfarkt zu bekommen, wenn man die Telefonrechnung bekommt.

Bei alledem vergisst man jedoch leicht, dass wir diesen Komfort noch gar nicht so lange genießen können. Noch vor etwa anderthalb Jahrhunderten, als der Gedanke an ein Telefon nicht viel mehr als ein Hirngespinst einiger weniger Erfinder war, benötigte eine Nachricht von Europa in die USA etwa zehn Tage, was der durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit desjenigen Schiffes entsprach, das die Nachricht in Form eines Telegramms oder Briefes an Bord transportierte.

Ein unscheinbares Haus in Stuttgarts Höhenlagen

Großbritannien hat mithilfe eines Referendums den sogenannten „Brexit“ beschlossen, Schottland will durch ein Referendum in der Europäischen Union bleiben und für die Schweiz gehören Volksabstimmungen zum politischen Alltag.

In diesen und anderen Ländern sind Volksabstimmungen ein legales Mittel ihrer Demokratie. In Deutschland nicht. Zumindest nicht auf Bundesebene. Hier sind Volksentscheide nur bei einer Neugliederung der Bundesländer und im Fall einer neuen Verfassung möglich. Auf Länder- und Kommunalebene besteht die Möglichkeit, die Bürger über bestimmte Themen entscheiden zu lassen. Warum ist das so? Warum gibt es in der Bundesrepublik nicht die Möglichkeit, ein Bundes-Referendum durchzuführen? Wer hat darüber entschieden?

Um letzteres herauszufinden, habe ich mich ein wenig umgeschaut und bin auf einen Ort gestoßen, an dem man alles über die Anfänge der Bundesrepublik erfahren kann. Und über einen Mann, der maßgeblich daran beteiligt war, dass Volksentscheide nur bedingt in unser Grundgesetz aufgenommen wurden: Theodor Heuss (1884-1963), unseren ersten Bundespräsidenten.

Theodor Heuss im Parlamentarischen Rat

Im Kaiserreich geboren, hatte Heuss die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte miterlebt. Direkte Demokratie, zum Beispiel bei der Wahl des Reichpräsidenten, war für Heuss mitverantwortlich für das Scheitern der Weimarer Republik und den Weg in den Nationalsozialismus. Daher wurde er im Parlamentarischen Rat zum Gegner der Befürworter der direkten Demokratie. Für „kleinräumige Demokratien“, wie die Schweiz, ließ er sie jedoch gelten.

Wanderausstellung Theodor Heuss Parlamentarischer Rat

Blick in die Wanderausstellung “Demokratie als Lebensform” mit einem originalen Zeitungsarikel von 1948

Ysras Traum von Olympia – ein Flüchtlingsteam startet bei den 31. Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro

Die Olympischen Sommerspiele stehen vor der Tür!

In wenigen Wochen geht es los mit den Olympischen Sommerspielen am Zuckerhut. Und neben all den negativen Schlagzeilen um Zika-Virus, gedopte russische Leichtathleten und Terrorwarnungen gibt es auch einen versöhnlich stimmenden Aspekt dieser Sportspiele: Ein Team aus fünf bis zehn Flüchtlingen wird in Rio unter der Olympischen Flagge antreten. Diese Geste hat Symbolkraft. „Das ist eine Botschaft der Hoffnung und der Zuversicht für die Geflüchteten und soll die Aufmerksamkeit der Welt auf das Schicksal und die Probleme der weltweit 60 Millionen Flüchtlinge lenken“, sagte IOC-Präsident Thomas Bach.

Olympia Ollympische Spiele Olympische Ringe Ysra Mardini Syrien Refugee Olympic Athletes

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In der ROA-Mannschaft (Refugee Olympic Athletes) ist auch die in Berlin lebende Schwimmerin Ysra Mardini aus Syrien. Sie teilte den Journalisten mit: „Das ist mein Traum, der wahr wird. Ich hoffe, dass die Flüchtlinge auf der ganzen Welt stolz auf mich sein können. Ich will zeigen, dass man auch bei Krieg und Flucht etwas erreichen kann, wenn man darum kämpft.“ Die Syrerin war gemeinsam mit ihrer älteren Schwester unter abenteuerlichen Bedingungen in 25 Tagen nach Deutschland geflüchtet und hofft hier nicht nur auf eine sportliche Zukunft.

DaZugelernt – Wie das Sofa nach Deutschland kam

Willkommen zu einer neuen Reihe im Raabe-Blog: DaZugelernt.

Das Thema Integration ist momentan in aller Munde. Wir begrüßen zahlreiche neue Menschen in Deutschland, die aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern zu uns kommen. Der Grundpfeiler der Integration ist dabei die Sprache. Doch wussten Sie, dass die Sprache selbst ein Integrationsmeister ist? Im Deutschen – wie in jeder anderen Sprache natürlich auch – gibt es zahlreiche Wörter und Wendungen, die auf einen anderssprachigen Ursprung zurückzuführen sind. Die Integration in den deutschen Sprachgebrauch liegt dabei oft so lange zurück, dass wir uns der Wortherkunft gar nicht mehr bewusst sind. Deshalb wirft diese Reihe einen Blick auf die sprachlichen Herkunftsländer der auffälligen wie unauffälligen Lehnwörter und erzählt deren Geschichte – von der wir nicht selten überrascht waren!

Vielleicht sind Sie das auch. Aber fragen Sie doch mal Ihre Schüler, ob sie das ein oder andere Wort aus ihrer Sprache kennen, und hören Sie so vielleicht sogar noch die richtige Aussprache.

Vor dem Selfie war das Selbstporträt

Wie Kunstunterricht in der Grundschule Medienkompetenz fördert

Selbstporträt um 1900 Fotografie Spiegel

Selbstporträt um 1900. Wiki Commons

Wer bin ich? – Früher und heute

Seit der Renaissance gehört das Selbstporträt zum festen Genre-Repertoire der Kunstgeschichte. Der Künstler oder die Künstlerin versuchen dabei, dem eigenen Ich näherzukommen. Außer der Repräsentation spielt vor allem folgende Fragestellung eine bedeutende Rolle: Wer bin ich und wofür stehe ich? Inneres kommt dabei zu Tage, Äußeres wird in Szene gesetzt. Mittlerweile leben etliche soziale Netzwerke von der Selbstinszenierung und Zeigefreude der Menschen. Mit Selfies, Belfies (Bilder des eigenen Gesäßes), Footsies (Bilder der eigenen Füße), Drelfies (in betrunkenem Zustand) oder Relfies (mit Kussmund) sagt man der Welt „Hallo“ und zeigt sich bewusst nicht immer von seiner besten Seite. Doch wie bewusst ist man sich der Bildwirkung?